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08.05.2015

14:22 Uhr

Chinesischer Versicherer

Anbang will Deutsche Pfandbriefbank kaufen

Mehrere Investoren haben bereits Interesse an der Deutschen Pfandbriefbank angemeldet. Nun will offenbar ein chinesischer Versicherer die Spezialbank kaufen. Es geht um mehr als eine Milliarde Euro.

Etwa  1,2 bis 1,8 Milliarden Euro soll das Geldinstitut wert sein. dpa

Deutsche Pfandbriefbank

Etwa 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro soll das Geldinstitut wert sein.

MünchenDer Bieterprozess für die Kernbank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate kommt auf die Zielgerade. Derzeit werden dem Vernehmen nach die finalen Angebote für die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) erstellt, der Prozess läuft voraussichtlich bis Juni. Erst nach Bewertung der Gebote wird aber entschieden, ob es zu einem Verkauf oder doch zu einem Börsengang kommt. Ausschlaggebend dabei ist, über welchen Weg sich das bessere Ergebnis erzielen lässt. Auf die Ausschreibung hin hatten mehrere Interessenten den Finger gehoben.

Unter den Bietern soll nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ auch der chinesische Versicherer Anbang sein. Weder die pbb noch Anbang wollten sich dazu am Freitag äußern. Die Hypo Real Estate hatte im Februar begonnen, Gebote für die Deutsche Pfandbriefbank einzuholen. Mit dem Verkauf kommt der Bund einer Auflage der EU-Kommission nach - sie hatte die Re-Privatisierung zur Bedingung nach der milliardenschweren Rettung und Verstaatlichung der Hypo Real Estate im Zuge der Finanzkrise gemacht.

Chronologie der Krisenbank HRE

28. September 2008

Die Notlage des Konzerns wird bekannt. Um den Kollaps mit unabsehbaren Folgen für das Finanzsystem zu verhindern, schnüren Bund und Banken eilig ein erstes Rettungspaket über 35 Milliarden Euro. Wenige Tage später wird es auf 50 Milliarden aufgestockt.

18. Februar 2009

Die Bundesregierung billigt ein Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht. Das „Rettungsübernahmegesetz“ ist auf die HRE zugeschnitten. Die Hilfen an die HRE belaufen sich inzwischen auf 102 Milliarden Euro.

5. Oktober 2009

Auf einer Hauptversammlung beschließt der Bund mit seiner Stimmenmehrheit den Zwangsausschluss („Squeeze Out“) der letzten Aktionäre, um sich 100 Prozent an der HRE zu sichern. Die verbliebenen Anleger müssen ihre Papiere für je 1,30 Euro an den Bund abgeben.

8. Juli 2010

Die HRE gründet eine „Bad Bank“. Der Bank zufolge werden rund 170 Milliarden Euro an giftigen Papieren in die neue FMS Wertmanagement übertragen.

18. September 2010

Es wird bekannt, dass die HRE für 2009 rund 1400 Mitarbeitern Prämien von insgesamt 25 Millionen Euro gezahlt hat.

20. Januar 2011

Frühere HRE-Aktionäre scheitern mit ihrer Klage gegen die Verstaatlichung. Der Bund habe mit dem „Squeeze Out“ nicht gegen das Grundgesetz verstoßen, urteilt das Landgericht München.

2. November 2011

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) räumt einen Bilanzierungsfehler von 55,5 Milliarden Euro bei der Bad Bank der HRE ein. Es sei ein Missverständnis bei der Bilanzierung zwischen HRE und der Bad Bank FMS-Wertmanagement gewesen.

26. August 2013

Die HRE stellt die Depfa zum Verkauf.

Dem Bericht zufolge könnte die Deutsche Pfandbriefbank mit etwa 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro bewertet werden. Ein Abschluss sei noch nicht ausgemacht, hieß es. Anbang befand sich zuletzt auf Einkaufstour und hat sich mehrere kleinere Institute in Europa einverleibt. So übernahm der chinesische Versicherer Ende 2014 die kleine Belgische Delta Lloyd Bank. In diesem Jahr kaufte Anbang die im Februar 2013 verstaatlichte niederländische Versicherung Vivat.

Von

dpa

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