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07.11.2014

13:57 Uhr

Christian Noyer

EZB-Banker für Staatsanleihekäufe

Der EZB-Banker Christian Noyer setzt sich für vorsorgliche Staatsanleihekäufe durch die EZB ein. Nach Meinung des Franzosen könnte so die Deflationsgefahr gemildert werden. Unkonventionelle Mittel scheinen willkommen.

Christian Noyer warnt, extrem niedrige Zinsen könnten zur Illusion führen, dass Regierungen ihre Haushalte nicht in Ordnung bringen müssten. dpa

Christian Noyer warnt, extrem niedrige Zinsen könnten zur Illusion führen, dass Regierungen ihre Haushalte nicht in Ordnung bringen müssten.

ParisZentralbanken sollten nach Einschätzung des französischen Notenbank-Gouverneurs Christian Noyer vorsorglich auf den Kauf von Staatsanleihen vorbereitet sein. Damit könnten sie auf Deflationsrisiken oder auf stark steigende Zinsen von Staatsanleihen reagieren, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag in Paris. Die Bemerkung lässt aufhorchen. Denn EZB-Chef Mario Draghi hatte erst am Donnerstag mitgeteilt, dass der Stab der Zentralbank vorsorglich den Einsatz weiterer unkonventioneller Mittel vorbereite. Um die Geldschleusen weiter zu öffnen, hält sich Draghi bei Bedarf den Ankauf privater oder staatlicher Anleihen in großem Stil offen - um so die lahmende Wirtschaft mit billigem Geld anzuschieben.

Der Rat hat zudem die gemeinsame Erwartungshaltung, dass die Bilanz der Notenbank auf das Niveau von Anfang 2012 aufgebläht werden kann. Dies entspricht einer Ausweitung um rund eine Billion Euro. Mit den Käufen von Pfandbriefen und bald auch Kreditverbriefungen wird diese Summe nach Ansicht von Experten jedoch bei weitem nicht erreicht werden. Die EZB stemmt sich mit den Maßnahmen gegen das unerwünscht niedrige Preisniveau in der Euro-Zone. Die Inflationsrate lag zuletzt nur bei 0,4 Prozent und damit weit unter dem Ziel der Notenbank von knapp zwei Prozent.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Sinken die Preise auf breiter Front, droht eine Abwärtsspirale, weil sich Konsumenten dann mit Käufen zurückhalten - in der Erwartung, Produkte bald noch billiger zu bekommen. Auch Löhne sinken dann und Firmen schieben Investitionen auf. Einige Länder der Euro-Zone wie etwa Griechenland und Spanien kämpfen bereits mit sinkenden Preisen. Zugleich können sich aber viele ehemalige Krisenstaaten der Währungsunion nach dem Abebben der Euro-Krise zu relativ günstigen Zinsen am Kapitalmarkt Geld besorgen.

Noyer warnte, extrem niedrige Zinsen könnten zur Illusion führen, dass Regierungen ihre Haushalte nicht in Ordnung bringen müssten. Es gebe Situationen, in denen Notenbanken dann eingreifen sollten: „In außergewöhnlichen Umständen sollten Zentralbanken die Folgen eines Vertrauensschocks auf Renditen von Staatsanleihen mildern, indem sie Staatspapiere kaufen.“

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Christian Feld

07.11.2014, 14:37 Uhr

Reißerischer Titel, aber gemeint ist letztendlich OMT als Erweiterung des ESM, bzw. ein Notfallprogramm ähnlich wie in 2010.

Frau Helga Trauen

07.11.2014, 16:17 Uhr

Der €. Ein Notfall nach dem anderen. Schon klar. Der € - der Katalysator für den Kollaps des Papiergeldsystems. Besser als mit dem € kann moral hazard nicht funktionieren. Wenigstens wird der € zum Kollaps der EU führen. Das ist der einzige Trost. Allerdings kann das noch Jahrzehnte dauern - die USSR bestand auch unnötigerweise ziemlich lange.

Herr Christian Feld

07.11.2014, 16:57 Uhr

Die Schweden haben auch Nullzinsen und sind nicht im Euro.
Die Schweizer haben auch Nullzinsen und sind nicht im Euro
Die Schweizer haben ihren Franken an den Euro gekoppelt
Die Japaner haben auch Nullzinsen und sind nicht im Euro
Die Briten haben auch Nullzinsen und sind nicht im Euro
Die USA haben auch Nullzinsen und sind nicht im Euro.

Meinen Sie nicht, dass die Problemursache woanders als im Euro läge....

Moral Hazard findet sich in jedem Land und er gibt sich aus der Macht, welche aus Abhängigkeiten entsteht.

Mit einer Währung hat dieses Problem wohl wirklich nichts zu tun.

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