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08.11.2011

09:05 Uhr

City Talk

Gute Banken, schlechte Banken

VonMichael Maisch

Banker haben ihr moralisches Fundament verloren Leute wie Jon Corzine erfüllen noch immer eine positive Funktion: Sie zeigen durch ihr schlechtes Beispiel, dass die Reform der Finanzbranche weitergehen muss.

Jon Corzine bei einer Rede. dapd

Jon Corzine bei einer Rede.

Die Demonstranten an der Wall Street und vor der St.-Pauls-Kathedrale in London müssten Jon Corzine ein Denkmal setzen. Lässt sich doch keine bessere Besetzung für die Rolle des Schurken im Drama um die bösen Banker denken als der Ex-Chef des amerikanischen Brokers MF Global. Die Mischung aus zu großem Ehrgeiz und Selbstüberschätzung, mit der der ehemalige Präsident von Goldman Sachs MF Global in die Pleite trieb, sollte drei Jahre nach dem Kollaps von Lehman Brothers ausgemerzt sein.

Weil Corzine aus dem New Yorker Broker eine Art Mini-Goldman machen wollte, lud er dem Unternehmen nicht nur enorme Schulden auf, er häufte auch mehr als sechs Milliarden Dollar Risiken in europäischen Regierungsanleihen an, eine Last, unter der die Firma schließlich kollabierte. Da wundert es einen fast schon nicht mehr, dass am Ende auch noch Hunderte von Millionen Dollar in den Büchern fehlten und der Verdacht noch immer nicht ausgeräumt ist, dass Corzines Broker mit Kundengeldern spekulierten.

Der Fall Corzine scheint all jenen recht zu geben, die glauben, dass die Banker seit der Finanzkrise nichts dazugelernt haben. Tatsächlich könnte man sogar zu dem Schluss kommen, dass die Finanzelite entweder nicht lernwillig oder nicht lernfähig ist, sondern sich nur widerstrebend an die neuen Realitäten nach dem großen Knall anpasst.

Kommentare (2)

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Bruder-Helmut

08.11.2011, 21:37 Uhr

es ist echt an der Zeit, dass man diese Zocker-banken dann pleite gehen läßt. Was haben wir in der Wirtschaft von diesen FED-Ablegern?

Bankster sind nun einmal der Abschaum der Menschheit, denn sie erscaffen nix, außer Krisen.

Logo23

25.11.2011, 11:04 Uhr

Es gibt sicher unter verschiedenen Bankern Bankiers, die aller Hochachtung Wert sind. Aber unter Großbankern, die sich mit Investmentbanking "schmücken" ist wohl häufig der Maßstab verloren gegangen. Wenn man Leute beschäftigt, die als Vagabunden von einer maximalen Bonussituation zur nächsten, noch größeren Einkommenssituation ziehen, hat man sicherlich den Anspruch auf eine moralische Lebensgestaltung und darauf, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein, verloren. Wer in Saus und Braus lebt und die Trümmer des eigenen Tuns anderen Leuten zur Beseitigung überläßt, muß damit Leben, über kurz oder lang aussotiert zu werden. Und das geschieht gerade. Aber auf den Bahamas sind noch Plätze frei !

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