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23.07.2015

17:37 Uhr

Comdirect-Chef Walter

„Auf der Kreditseite können wir mehr machen“

VonYasmin Osman

Der Vorstandschef von Comdirect sucht neue Ertragsquellen und will stärker ins Kreditgeschäft einsteigen. Im Handelsblatt-Interview erklärt der Manager außerdem, was Online- von Filialbanken lernen können.

Comdirect-Bank-Chef Walter.

Neu im Amt

Comdirect-Bank-Chef Walter.

FrankfurtSeit März steht Arno Walter an der Spitze des Online-Brokers Comdirect. Der umtriebige Manager hatte bei der Commerzbank schon diverse Aufgaben inne. Zuletzt verantwortete er den Filialvertrieb im Südwesten der Republik. Nun will Walter bei dem Online-Broker aus Quickborn Duftmarken setzen.

Herr Walter, Sie sind ein Manager, der gerne gestaltet. Doch die comdirect prosperiert doch schon jetzt ganz gut. Sind Sie sicher, dass comdirect-Chef der richtige Job für Sie ist?
Wenn heute etwas gut läuft, ist das keine Garantie dafür, dass es auch morgen gut läuft. Wir haben aktuell zwei starke Standbeine: Banking und Brokerage. Im Banking wird uns das Thema Zinsüberschuss auch in Zukunft beschäftigen, zugleich nimmt der Wettbewerb im Wertpapierhandel zu. Herausforderungen für die Zukunft gibt es also genug. Aber ich muss bei der comdirect definitiv nicht das Ruder herumreißen und alles anders machen.

Der Zinsüberschuss ist bei Ihnen zuletzt gesunken. Wie wollen Sie da gegensteuern?
Ich gucke mir natürlich weitere Ertragsquellen an. Auf der Kreditseite können wir mehr machen. Wir haben ebenso wie andere Banken Dispo-Kredite im Angebot. Auf diesem Gebiet können wir noch deutlich aktiver werden, durch Werbung und dadurch, dass wir den Abschluss digital weiter vereinfachen. Vor allem bei den konto-nahen Kreditarten möchte ich mehr Gas geben, denn das, was wir aktuell haben, ist ausbaufähig. Das lag in der Vergangenheit nicht im Fokus.

Filialsterben (ausgewählte Bank-Gruppen)

Sparkassen

Zahl der Filialen (Ende 2010): 13.025

Zahl der Filialen (Ende 2013): 12.323

Veränderung 2013 vs. 2010: -5,3 Prozent

Quelle: Bundesbank

Volksbanken/Raiffeisenbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 11.830

Zahl der Filialen (Ende 2013): 11.335

Veränderung 2013 vs. 2010: -4,2 Prozent

Großbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 8.132

Zahl der Filialen (Ende 2013): 7.610

Veränderung 2013 vs. 2010: -6,4 Prozent

Regional- und Kreditbanken

Zahl der Filialen (Ende 2010): 2.604

Zahl der Filialen (Ende 2013): 2.424

Veränderung 2013 vs. 2010: -6,9 Prozent

Sie vermitteln auch Konsumenten- und Baukredite. Können Sie sich vorstellen, solche Darlehen künftig auch auf die eigenen Bücher zu nehmen?
Das wäre bei der Baufinanzierung gewiss nicht meine erste Stoßrichtung. Da fühlen wir uns mit dem Vermittlungsgeschäft sehr wohl. Beim Konsumentenkredit bin ich noch unentschlossen, kann mir aber beide Varianten vorstellen.  Generell vorstellen kann ich mir, mehr Dispokredite auf die Bilanz zu nehmen. Wir haben eine hohe Anzahl an Girokonten und für eine signifikante Zahl unserer Kunden stellen wir die Erstbankenverbindung.

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