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02.08.2016

10:32 Uhr

Commerzbank

Abschied vom Gewinnziel

Mehr als eine Milliarde Euro Gewinn hatte die Commerzbank im vergangenen Jahr gemacht. In diesem Jahr lässt sich das nicht wiederholen. Das Geldinstitut senkt die Prognose für 2016, der Aktienkurs stürzt ab.

Ergebnisse des Banken-Stresstests

„Für die niedrigen Gewinne gibt es keine Entschuldigung“

Ergebnisse des Banken-Stresstests: „Für die niedrigen Gewinne gibt es keine Entschuldigung“

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FrankfurtDer neue Commerzbank-Chef Martin Zielke nimmt endgültig Abschied von einem Milliardengewinn in diesem Jahr. „Das Niedrigzinsumfeld und die anhaltende Kundenzurückhaltung in Anbetracht der geopolitischen Unsicherheiten werden die Erträge trotz Wachstum weiter belasten”, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht zum zweiten Quartal.

Der Konzerngewinn werde daher ebenso unter dem Vorjahr liegen wie das operative Ergebnis vor Steuern. 2015 hatte die zweitgrößte deutsche Bank einen Gewinn von 1,06 Milliarden Euro erwirtschaftet, in diesem Jahr brach er in den ersten sechs Monaten um 58 Prozent auf 372 Millionen Euro ein. Die Aktie stürzte am Vormittag zwischenzeitlich um mehr als 8 Prozent ab auf ein neues Rekordtief von 5,27 Euro.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Die Kürzung kommt nicht unerwartet. Schon Zielkes Vorgänger Martin Blessing hatte auf der Hauptversammlung ein Fragezeichen hinter seine eigene Prognose gesetzt. Im zweiten Quartal konnte die Commerzbank den Rückstand vom Jahresbeginn nicht wettmachen, im Gegenteil. Der Gewinn brach erneut um fast ein Drittel auf 209 Millionen ein, obwohl die Bank allein 123 Millionen Euro mit dem Verkauf ihrer Anteile am Kreditkartendienstleister Visa Europe einnahm. Zielke arbeitet derzeit an einer neuen Strategie, die Insidern zufolge im September vorgestellt werden soll und vor allem auf ein weiteres Sparprogramm abzielt.

Zuletzt hielt die Commerzbank die Kosten bei 1,7 Milliarden Euro stabil. Doch die Erträge brechen weg. Im ersten Halbjahr lagen sie mit 4,54 Milliarden Euro um 13 Prozent unter Vorjahr. Die sinkende Risikovorsorge konnte das nicht ausgleichen.

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Finanzvorstand Stephan Engels rechnet mit weiterem Druck auf das Zinsergebnis. Dieses dürfte 2017 um weitere 100 Millionen Euro schrumpfen, wie es in einer Präsentation vor Analysten heißt. Das belastet vor allem die Mittelstandsbank: Während zusätzliche Kredite im Privatkundengeschäft den Margendruck auf Einlagen zum Teil wettmachten, gelingt es der Bank nicht, das Kreditvolumen an Unternehmen zu steigern.

Das machte sich bereits im zweiten Quartal bemerkbar. Der operative Gewinn der ehemals von Zielke geführten Privatkunden-Sparte lag mit 180 Millionen Euro über den Analystenprognosen, die Mittelstandsbank enttäuschte die Experten dagegen mit einem operativen Ergebnis von 203 Millionen Euro.

Im Stresstest der EU-Bankenaufsicht hatte die Commerzbank in der vergangenen Woche so schlecht abgeschnitten wie keine andere deutsche Bank. Frisches Kapital brauche sie aber nicht, hieß es im Zwischenbericht: „Wir sind für unser Geschäfts- und Risikoprofil angemessen kapitalisiert.” Die harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 11,5 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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G. Nampf

02.08.2016, 11:39 Uhr

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