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06.05.2011

22:28 Uhr

Commerzbank

Aktionäre stimmen Kapitalerhöhung zu

Dem weitgehenden Ausstieg des Staates bei der Commerzbank steht nichts mehr im Wege. Trotz Kritik nicken die Anteilseigner der Bank die Mega-Erhöhung ab.

Commerzbank-Chef Martin Blessing auf der Hauptversammlung. Quelle: dapd

Commerzbank-Chef Martin Blessing auf der Hauptversammlung.

FrankfurtDie Aktionäre der mit mehr als 18 Milliarden Euro aus der Finanzkrise geretteten zweitgrößten deutschen Bank stimmten am Freitag wie erwartet den Kapitalmaßnahmen zu, mit denen sie in den nächsten acht Wochen vorzeitig 90 Prozent der Stillen Einlagen des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin zurückzahlen will. Damit kann die für Ende Mai geplante große Kapitalerhöhung starten. Allerdings bleibt der Staat zunächst mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Bank beteiligt.

Die Aktionäre dürften für 2012 mit einer Dividende rechnen, die seit der Fusion mit der Dresdner Bank ausgefallen war, sagte Vorstandschef Martin Blessing. Er versprach rosige Zeiten. „Wir sind in weiten Teilen ein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft - und wir profitieren von ihrer Stärke“, sagte Blessing auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Schon 2011 soll der operative Gewinn „signifikant“ höher ausfallen als die 1,4 Milliarden Euro von 2010, alle Sparten sollen zulegen. Für das folgende Jahr stellte Finanzchef Eric Strutz erneut ein operatives Ergebnis von vier Milliarden Euro in Aussicht. „Wir werden auch danach nicht nachlassen“, betonte er.

Bis Ende Juni sollen 14,3 Milliarden der 16,2 Milliarden Euro an Stillen Einlagen getilgt sein. Die restlichen 1,9 Milliarden sollen bis 2014 folgen. Die nötige Mehrheit hatte Blessing dank der Großaktionäre SoFFin und Allianz sicher. Trotzdem warb er um die Zustimmung der Aktionäre: „Wir wollen die schwierige Phase, die wir im Zuge der Finanzkrise durchlebt haben, endgültig hinter uns lassen.“ Nach rund zehn Stunden votierten 99 Prozent der Aktionäre für die Maßnahmen.

Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW sah die Wahl nüchtern: „Es bleibt uns ja nichts übrig, als zuzustimmen - damit wir wieder Herr im eigenen Haus sind. Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wir werden auch weiterhin nach Herrn Schäubles Pfeife tanzen müssen.“ Andere Aktionäre waren weniger gelassen. Dem ersten Zwischenrufer drohte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller mit Rauswurf: „Wenn Sie so weitermachen, können Sie am Main spazieren gehen - und das dauert nicht mehr lange.“

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