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23.05.2012

13:46 Uhr

Commerzbank

Aktionäre verlieren die Geduld mit Blessing

VonTobias Döring

Die Commerzbank-Aktionäre sind erbost: Während Bank-Chef Blessing eine Gehaltserhöhung bekommt, warten sie seit 2008 auf eine Dividende. Auch dieses Jahr wird es keine geben – nicht das einzige gebrochene Versprechen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing (2.v.r.) muss sich auf der Hauptversammlung vor den Aktionären rechtfertigen. dapd

Commerzbank-Chef Martin Blessing (2.v.r.) muss sich auf der Hauptversammlung vor den Aktionären rechtfertigen.

FrankfurtDie Hauptversammlung der Commerzbank ist für viele Aktionäre der Anlass, sich den aufgestauten Frust von der Seele zu reden. Schlechter Aktienkurs und jetzt noch das Gehaltsplus für den Coba-Vorstand: In der Frankfurter Jahrhunderthalle ist die Stimmung hitzig – die hohen Temperaturen in der Veranstaltungshalle tun ihr Übriges.

Klaus und Gudrun Hemsath sind Kleinaktionäre. Das Ehepaar hat die Anteilsscheine vor Jahren von einem verstorbenen Verwandten geerbt. „Ich kann es nicht beurteilen, ob Commerzbank-Chef Blessing ein Kapitalvernichter ist“, sagt Klaus Hemsath. „Bei unserem Aktienpaket können wir eh nur essen und trinken, Einfluss haben wir nicht.“

Eine Meinung zu den Vorgängen bei Deutschlands zweitgrößter Bank hat er dann aber doch. Die Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre seien nachzuvollziehen, sagt Hemsath mit einem kräftigen Schuss Ironie. „Was soll Herr Blessing denn anderes machen, wenn er sein Gehalt erhöhen will und unabhängig vom Staat sein will?“ Immerhin hat er durch die Kapitalerhöhungen jetzt 200 Aktien im Depot – „geerbt hatten wir viel weniger“.

Im Gegensatz zu Martin Blessing, der mit der Gehaltserhöhung bekommen hat, was er wollte, wird die Geduld der Aktionäre weiter strapaziert. Die Commerzbank stimmt ihre Aktionäre auf ein weiteres maues Jahr ein. „Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft bleiben bis auf Weiteres herausfordernd“, sagt der Vorstandschef am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt laut Redetext. Die Euro-Schuldenkrise sei noch längst nicht überwunden, die Zinsen blieben niedrig und das Wirtschaftswachstum eher verhalten. Eine konkrete Gewinnprognose für 2012 traut sich Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus deshalb weiter nicht zu. Aber das schon früher gegebene Versprechen, ab 2012 einen operativen Gewinn von vier Milliarden Euro zu erzielen, wird Blessing nicht halten können.

Kommentare (14)

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whenhou

23.05.2012, 10:50 Uhr

Blessing ist ein guter Selbstdarsteller, doch aus wievielen Aktien wird die Bank am ende der Krise bestehen?
Mit den Kapitalvorhaben jetzt möglicherweise 9,9MRD... Allmählich muß man sich fragen ob diser Kurs in den nächsten 20 Jahren überhaupt wieder einen angemessenen Wert haben wird.

Ohweiohweiohwei

23.05.2012, 10:50 Uhr

Wer aus Gier in einer Zeit, in der täglich von "Krise" gesprochen wird, sein Geld in Aktien anlegt, der hat auch keinen Grund wütend zu sein! Im Gegenteil. Dummheit wird immer bestraft! Ich lache jeden Tag über die Dummköpfe, die Aktien kaufen. Aber es trifft die Richtigen. Es ist ja auch nur Geld was nicht gebraucht wird und verzockt werden kann.

observer

23.05.2012, 10:59 Uhr

Thomas Jefferson kannte bereits die Bankster
Freitag, 31. Oktober 2008 , von Freeman um 12:42

Im Jahre 1802 schrieb Thomas Jefferson:

"Ich glaube, Bankinstitutionen sind gefährlicher als stehende Armeen!

Wenn das amerikanische Volk es den Privatbanken je erlaubt, die Ausgabe ihres Geldes zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, dann werden die Banken und Konzerne, die um diese Banken heranwachsen, den Menschen ihren ganzen Besitz wegnehmen, bis ihre Kinder obdachlos aufwachen, auf dem Kontinent den ihre Vorväter erobert haben.“

Thomas Jefferson war der dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1801–1809) und war der hauptsächliche Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.

Leider hat sich die Warnung von Jefferson bewahrheitet. Die Federal Reserve Bank, welche den Dollar herausgibt, ist eine Privatbank, bzw. wird durch Privatbanken kontrolliert. Und das Resultat ist genau so eingetreten, wie Jefferson es vorausgesagt hat, Millionen von Amerikanern haben durch die Hypothekenkrise ihr Dach über den Kopf verloren, eine geplante Aktion der Bankster.

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