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12.02.2016

09:42 Uhr

Commerzbank-Aufseher Müller

„Ich klebe nicht an meinem Stuhl“

VonYasmin Osman

Der Vorsitzende des Commerzbank-Aufsichtsrats ist bereit, auch vor Ende seiner Amtszeit 2018 sein Mandat niederzulegen. Die Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Blessing macht indes Fortschritte.

Der Aufsichtsratschef der Commerzbank ist 71 Jahre alt. Reuters

Klaus-Peter Müller

Der Aufsichtsratschef der Commerzbank ist 71 Jahre alt.

FrankfurtDie Commerzbank glänzt bei Anlegern am Freitag mit ihren Jahreszahlen, die Aktie springt weit ins Plus. Und dennoch bestimmt auch ein anderes Thema die Entwicklung der Bank – die Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Martin Blessing und Chefaufseher Klaus-Peter Müller.

Die Bank macht nach Angaben Müllers Fortschritte bei der Suche nach einem Nachfolger für Blessing. „Ich denke, da kommen wir gut voran“, sagte Müller über die Kandidaten-Suche in einem intern verbreiteten Interview, das dem Handelsblatt vorliegt. „Wir möchten diesen Prozess bis zur Hauptversammlung im April abgeschlossen haben, sodass einer geordneten Staffelübergabe nichts im Wege stehen wird“, sagte er. Das Aktionärstreffen findet am 20. April statt.

Müller will sich allerdings nicht unter Zeitdruck setzen lassen: „So wichtig Tempo hier ist, mehr noch zählt die Sorgfalt im Prozess“, sagte er. Den internen Bewerbern für den Posten stärkte er den Rücken: „Wir haben eigene starke Kandidaten im Auswahlprozess. An deren Qualifikation, Hintergrund und Gestaltungskraft müssen sich externe Kandidaten messen lassen.“

Nach allem was in der Bank zu hören ist, interessieren sich sowohl der Chef der Mittelstandssparte Markus Beumer als auch der Privatkundenchef Martin Zielke, für die Position. Die Bank äußert sich zu solchen Angaben nicht.

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Derzeit sucht der Aufsichtsrat der Commerzbank nicht nur einen Ersatz für den Vorstandschef, sondern auch einen Nachfolger für Müller selbst. Die Suche gestaltet sich schwierig und langwierig, sodass Kritiker dem Aufsichtsratschef vorwerfen, er würde an seiner Position kleben. Müller trat nun der Kritik entgegen: „Ich hänge an der Bank, aber ich klebe nicht an meinem Stuhl, auch wenn das aus der Ferne betrachtet so aussehen mag“, sagte er. Für ihn sei schon lange klar, dass er diese Position „über das Jahr 2018 hinaus auf keinen Fall bekleiden werde“. Er sei frühzeitig auf Kandidatensuche gegangen. „Aber qualifizierte Kandidaten sind rar gesät“, so Müller.

Seit November hat eine Findungskommission unter Leitung des BDI-Hauptgeschäftsführers Markus Kerber die Suche nach einem Müller-Nachfolger aufgenommen. Sollte der sich vor Ende der Amtszeit von Müller findet, ist dieser auch bereit seine Amtszeit zu verkürzen. gelinge es, „einen geeigneten Kandidaten frühzeitig zu gewinnen – ich stünde einem Wechsel auch vor 2018 nicht im Wege“, sagte er.

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