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06.09.2011

11:22 Uhr

Commerzbank-Chef

Blessing hält Kreditklemme für unwahrscheinlich

VonYasmin Osman

Nach Ansicht von Commerzbank-Chef Martin Blessing ist eher die Kreditnachfrage das Problem als ein eingeschränktes Angebot. Außerdem beklagt er sich über die Vorwürfe, die Banken hielten zu viele Staatsanleihen.

Commerzbank-Chef Martin Blessing spricht auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch". dpa

Commerzbank-Chef Martin Blessing spricht auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch".

Die Kreditversorgung deutscher Unternehmen ist nach Einschätzung von Commerzbank-Chef Martin Blessing nicht bedroht. „Wir werden eine weitere Entschuldung bei den Banken sehen, aber ich glaube nicht, dass wir eine Kreditklemme sehen werden“, sagte Blessing auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“. Er habe in Deutschland eher das Gefühl, dass die Kreditnachfrage das Problem sei. „Wir würden kreditmäßig eigentlich gerne wachsen, aber die Nachfrage nach Krediten ist verhalten“, so der Commerzbank-Chef.

Er habe den Eindruck, dass die Banken eher in den Bereichen Geschäft abbauen würden, in denen ihre Bilanzen im letzten Jahrzehnt „aufgeblasen“ worden sei. Dies könne „ohne große Probleme für die Realwirtschaft“ nun auch wieder zurückgeführt werden.

Die Kritik vieler Staaten an den hohen Staatsanleihe-Beständen von Banken wies der Commerzbank zurück. Banken würden Staatsanleihen kaufen, weil sie diese als Liquiditätsreserve benötigen würden. „Zum Teil bekommen sie die von ihrer Aufsicht auch reingedrückt“, so Blessing. Neue Vorschriften für Banken wie Basel III sowie neue Vorschriften für die Versicherer würden diesen Trend in der Zukunft sogar noch verstärken. „Der Staat sorgt durch Regulierung dafür, dass Finanzdienstleister seine Anleihen kaufen. Man könnte sogar soweit gehen, die Staaten wissen, dass sie einen höheren Absatz an Anleihen brauchen“, sagte Blessing. „Sich hinterher umzudrehen und zu fragen, wie kommen die Finanzdienstleister eigentlich dazu, diese Papiere zu kaufen, ist dann nicht immer eine ganz faire Debatte“, sagte Blessing.

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