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23.11.2012

11:37 Uhr

Commerzbank-Chef

Blessing pocht auf „Basel III“ weltweit

Im Hickhack um die neuen Eigenkapitalregeln „Basel III“ setzt sich Martin Blessing für eine schnelle Umsetzung ein – und zwar global. Die USA dürften nicht zum Vorteil für ihre Banken ausscheren, so der Commerzbank-Chef.

Commerzbank-Chef Martin Blessing. Reuters

Commerzbank-Chef Martin Blessing.

FrankfurtDie neuen Eigenkapitalregeln für Banken sollten nach Auffassung von Commerzbank-Chef Martin Blessing möglichst schnell weltweit eingeführt werden. "Wir sollten Basel III eher früher als später einführen. Und wir brauchen es als globalen Standard", sagte Blessing auf dem "European Banking Congress" am Freitag in Frankfurt laut Redetext.

Die USA dürften nicht ausscheren, um ihren Banken einen Vorteil zu verschaffen, warnte Blessing. Aber auch in der Europäischen Union (EU) dürfe der Zeitplan für die neuen, verschärften Kapital- und Liquiditätsanforderungen nicht gefährdet werden, indem er mit fachfremden Zielen überfrachtet werde.

Blessing bekräftigte die Forderung der deutschen privaten Banken, die Europäische Zentralbank (EZB) zum Aufseher über alle Banken in ganz Europa zu machen - nicht nur für die großen, wie die Verbände von Sparkassen und Genossenschaftsbanken verlangen. "Ich sehe keinen anderen Anwärter für diese Aufgabe", sagte er.

Die Bankenunion dürfte aber kein Vehikel für Umverteilung und Transfers werden. "Das Beispiel Spanien hat uns gelehrt, dass mittelgroße Banken ohne nachhaltiges Geschäftsmodell, die von nationalen Aufsehern abgeschirmt werden, beträchtliche Probleme erzeugen können", sagte der Commerzbank-Chef. Deutschland solle sich deshalb nicht sperren, sondern für diese umfassende Aufsichtslösung werben.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Mazi

23.11.2012, 13:21 Uhr

Das muss er doch vorher bedenken. Wenn er an einen "kleinen" einen Kredit gibt, dann verlangt er von dem doch auch, dass dieser vorher (!) die Hosen runter lässt.

Blessing kann doch nicht darauf Vertrauen, dass eine internationale Eigenkapitalregelung zwangsläufig auch für andere Banken in anderen Ländern gilt. Sicherlich ist er nicht der Vertragspartner von anderen Staaten, aber er hat hiesigen Behörden "Feuer zu geben", wenn diese ihren Job nicht machen. Andererseits muss ihm als Fachmann auch klar sein, dass mit diesen Eigenkapitalregelungen keine Bank vor dem Zusammenbruch zu sichern ist.

Die richtige Verhaltensweise von Blessing wäre nicht dafür sorgen zu wollen, den Unsinn noch weiter zu verbreiten sondern sich hinter die "Amerikaner" zu stellen und dessen Umsetzung zu verhindern.

Angerweide01

23.11.2012, 14:20 Uhr

Die richtige Verhaltensweise von Blessing wäre, wenn er endlich "öffentlich" den Mund halten würde und sich um seine "internen Probleme" in seiner Bank kümmern würde.

Gast

23.11.2012, 15:36 Uhr

"Das Beispiel Spanien hat uns gelehrt, dass mittelgroße Banken ohne nachhaltiges Geschäftsmodell, die von nationalen Aufsehern abgeschirmt werden, beträchtliche Probleme erzeugen können", sagte der Commerzbank-Chef.
Herr B. hätte ja auch das Beispiel Deutschland nehmen können und das "beträchtliche Problem" anhand seiner eigenen Bank erklären können aber bei Herrn B. sind es immer "die Anderen". Die falsche Selbstwahrnehmung erinnert schwer an Monty Pythons "Schwarzen Ritter" aus "Ritter der Kokosnuß".

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