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23.11.2013

13:26 Uhr

Commerzbank-Chefvolkswirt

Bitcoins haben auf Dauer keine Chance

Der Bitcoin-Kurs ist diese Woche auf über 900 Dollar gestiegen – doch die Währung pendelt sich nicht ein. Nicht nur deswegen sieht der Chefvolkswirt der Commerzbank schwarz für die Zukunft des Bitcoins.

Digitalwährung: Bitcoins können im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. ap

Digitalwährung: Bitcoins können im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden.

DüsseldorfDie Digitalwährung Bitcoin hat nach Ansicht des Commerzbank-Chefvolkswirts Jörg Krämer auf Dauer keine Chance. Wegen der starken Kursausschläge trage die Bitcoin-Währung die Zerstörung schon in sich, sagte Krämer dem Magazin „Wirtschaftswoche“. „Niemand verwendet eine Währung, die dauernd Achterbahn fährt.“

Als wesentlichen Treiber für Kurssprünge sieht der Ökonom Spekulation. „Spekulanten setzen darauf, dass in Zukunft mehr Menschen Bitcoins zum Zahlen benutzen“, sagte Krämer. „Die steigende Nachfrage trifft aber auf ein fixiertes Angebot an Bitcoins, so dass der Wechselkurs des Bitcoin gegenüber dem Euro in die Höhe schießt.“ Weil kein Geschäft bereit sei, dauernd die Bitcoin-Preise zu ändern, werde die Eignung als Transaktionswährung zerstört.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Bitcoins können im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Die Idee hinter der virtuellen Währung ist ein Geldsystem, das ohne zentrale Kontrollinstanz auskommt, also unabhängig ist von Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken. Überlegungen der Online-Handelsplattform Ebay, Bitcoins eines Tages als Zahlungsmittel bei Transaktionen zu akzeptieren, hatten dem Kurs zuletzt einen neuen Schub gegeben.

Von

dpa

Kommentare (3)

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hovo

25.11.2013, 09:14 Uhr

Ja- peinlich. Die Vola ist natürlich noch sehr hoch, weil der Wert des Bitcoin noch nicht klar ist - hier biesst sich der Hund in den Schwanz.
Es gibt derzeit noch zu wenig Händler und fast keine Arbitrage-Möglichkeiten, dass wird noch kommen, ebenso wie Nutzungsmöglichkeiten (ebay, Amazon,...). Erst wenn hier ein Plateau erreicht wird, nimmt auch die Vola ab.
Ein guter Vergleich wäre die Vola von Gold / Silber zu deren Anfängen...

Ben_von_draglet

25.11.2013, 13:40 Uhr

Hallo,
generell kann ich die Argumentation nicht nachvollziehen, warum eine Volatilität des Wechselkurses, welcher durch die globale Verteilung einer internationalen Währung über den Planeten zustande kommt, der Grund für den Untergang ebendieser Währung sein soll.

Die Volatilität des Wechselkurses eignet sich andererseits auch sehr gut für spekulatives Day-Trading. Wir haben ein Börsenspiel entwickelt, welches den Nutzern erlaubt, ohne dem Eingehen von Risiken mit Bitcoins zu handeln ( http://www.draglet.com ). Das Börsenspiel wird am 1. Dezember offiziell gestartet, wir bieten allerdings jetzt schon Interessierten die Möglichkeit, in das Börsenspiel reinzu"schnuppern"

NumberCruncher

27.11.2013, 19:58 Uhr

Ich glaube die Commerzbank hat auf Dauer keine Chance. Denn wenn man keine Ahnung hat - einfach mal die Fre*** halten.
Schönen Abend noch ...

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