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11.05.2016

16:04 Uhr

Commerzbank

Das Cum-Cum-Geschoss zeigt Wirkung

Ein Gesetz ist auf dem Weg, um strittige „Cum-Cum“-Aktiendeals weitgehend zu unterbinden. Die Commerzbank hatte diese Transaktionen im großen Stil angeboten. Doch selbst weiter legalen Varianten setzt die Bank ein Ende.

Ausstieg aus strittigen Geschäften rund um Dividendenausschüttungen von Aktiengesellschaften. Reuters

Commerzbank in Frankfurt

Ausstieg aus strittigen Geschäften rund um Dividendenausschüttungen von Aktiengesellschaften.

Düsseldorf/FrankfurtDie Recherche des Handelsblatts in Kooperation mit Bayerischem Rundfunk, Washington Post und ProPublica hatte für Aufsehen gesorgt: Die vom Staat in der Finanzkrise 2008 gerettete Commerzbank bot über Jahre umstrittene „Cum-Cum“-Aktiengeschäfte an, damit ausländische Fonds Steuerforderungen auf Dividenden reduzieren konnten.

Die Bank, an der der Bund immer noch mit etwa 15 Prozent beteiligt ist, zieht sich nach massiver Kritik aus den Geschäften zurück. Der Vorstand hat beschlossen, sogenannte Cum-Cum-Transaktionen nicht mehr anzubieten. „Wir ziehen uns aus diesem legalen Geschäft zurück, weil es gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert ist“, sagte der für die Kapitalmärkte zuständige Commerzbank-Vorstand Michael Reuther der „Bild“-Zeitung.

Auch im Ausland wolle die Commerzbank diese Geschäfte nicht mehr tätigen. Man nehme dabei in Kauf, „dass andere Banken weiter Cum-Cum-Geschäfte betreiben und sich damit einen Vorteil verschaffen können.“

Über die umstrittenen Deals konnten große Kunden aus dem Ausland Steuern auf Dividenden von deutschen Unternehmen umgehen. Die Commerzbank soll sich hierbei besonders hervorgetan haben, wie die Handelsblatt-Recherchen ergaben. Die Bank hatte betont, sich an geltende Gesetze gehalten zu haben.

Das Finanzministerium hatte die Praktiken als „illegitim“ bezeichnet und angekündigt, solche Geschäfte näher beleuchten zu wollen. Der Bund ist mit zwei Vertretern in dem Kontrollgremium des Instituts präsent.

Reuther sagte der Zeitung, die Commerzbank habe den Anspruch, „dass unsere Geschäfte gesellschaftlich akzeptiert sind. So haben wir uns ganz bewusst positioniert.“ Die Bank werde künftig noch genauer überprüfen, welche Produkte sie anbiete: „Wenn wir erkennen, dass aktuelle oder geplante Produkte und Dienstleistungen ein Problem für die Marke Commerzbank darstellen könnten, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir das wollen oder nicht.“

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