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06.10.2016

12:55 Uhr

Commerzbank

Die Spekulanten sind wieder da

VonMichael Brächer

Zum ersten Mal seit Jahren setzt ein Hedgefonds wieder auf einen Kursverfall der Commerzbank-Aktie. Der Angreifer ist ein alter Bekannter. Wird seine Wette aufgehen?

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FrankfurtFür die Commerzbank-Aktie ging es in diesem Jahr vor allem in eine Richtung: bergab. Seit Jahresauftakt haben die Papiere um rund 39 Prozent nachgegeben. Und dabei dürfte es nicht bleiben, wenn es nach dem britischen Hedgefonds Marshall Wace geht. Er wettet darauf, dass der Commerzbank-Kurs weiter fällt – und hat dazu sogenannte Short-Positionen auf 0,63 Prozent der Aktien des Instituts aufgebaut. Das geht aus dem Bundesanzeiger hervor. Die Bank wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Durch Leerverkäufe von Aktien profitieren Hedgefonds wie Marshall Wace von der schwachen Kursentwicklung bei einzelnen Titeln. In den vergangenen Wochen hatten Marshall Wace und weitere Hedgefonds auf diese Weise auch die Deutsche Bank attackiert. Auch der britische Star-Investor George Soros zählte zumindest zeitweise zu den Angreifern.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte Spekulanten für den rasanten Absturz des Börsenkurses in den vergangenen Wochen und Monaten verantwortlich gemacht. Ziel der Attacken sei es, das Vertrauen in das Institut zu schwächen.

Das rief Sigmar Gabriel auf den Plan: „Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler am Sonntag.

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Tatsächlich gehört die Deutsche Bank zu den großen Spielern im Geschäft mit den Hedgefonds. Analystenschätzen, dass die Bank in ihrem sogenannten „Prime Brokerage“-Bereich rund 33 Milliarden Euro an Hedgefonds-Vermögen betreut. Die Bankstellt den Fonds Liquidität zur Verfügung, wickelt ihre Geschäfte ab – und hilft ihnen auch dabei, auf Kursverluste anderer Unternehmen zu wetten.

Kommentare (12)

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chris sänger

06.10.2016, 13:14 Uhr

man sollte sich erstmal fragen warum überhaupt Leerverkäufe - natürlich nur für institutionelle Anleger - überhaupt erlaubt sind. Mit Seriösität hat das ja nichts zu tun. Also Börse und Seriösität: da passt so gar nichts zusammen ^^.

Herr Old Harold

06.10.2016, 13:59 Uhr

Wenn unserem designierten Bundeskanzler Sigmar Gabriel dazu nicht mehr einfällt, als zu überlegen, ob er lachen oder wütend sein soll, dann "Armes Deutschland!".

Einfach ´mal mit anderen Staatschefs zusammensetzen und beschließen, Leerverkäufe im Börsenhandel weltweit zu verbieten. Wer nicht mitmachen will, dessen Börsen werden für deutsche Unternehmen einfach gesperrt.

(Leerverkäufe sind bekanntlich Verkäufe, von etwas, was ich noch gar nicht habe, in der Hoffnung, damit den Preis zu drücken, um später, wenn er durch meinen Leerverkauf tatsächlich gefallen ist, zu kaufen. Der Gewinn liegt in der Differenz zwischen dem hohem Verkaufspreis, von etwas, was ich gar nicht besitze, zum niedrigen, späteren Einkaufspreis. Durch diesen Raub wurden bereits zahlreiche Menschen in den Ruin und Suizid getrieben. Zum Beispiel Landwirte, die ihre Ernte heute verkaufen müssen, um ihren Kredit zu bedienen, während gleichzeitig die Raubritter den Preis für Mais, oder Soja durch Leerverkäufe künstlich in den Keller getrieben hatten).

Account gelöscht!

06.10.2016, 14:06 Uhr

„Zum ersten Mal seit Jahren setzt ein Hedgefonds wieder auf einen Kursverfall der Commerzbank-Aktie“

Der Kurs der Commerzbank ist bereits verfallen. Ohne den Resplit in 2013 von 10/1 wäre die Aktie heute Pennystock = 56 cent und dabei noch mit 15% vom Staat, also von Steuergeldern gestützt. Ach ja, liebe Steuerzahler, diese Einlage werdet ihr nie wieder sehen. Nach dem Motto: Gewinne werden individualisiert – Verluste werden sozialisiert.

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