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13.08.2012

13:07 Uhr

Commerzbank

Für die Steuerzahler sieht es schlecht aus

VonFrank Matthias Drost, Yasmin Osman

Die Bundesrepublik ist mit 25 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Will der Staat nicht auf Verlusten sitzen bleiben, müsste sich der Aktienkurs verdreifachen. Politiker schlagen Alarm.

Die Commerzbank gehört zu einem Viertel der Bundesrepublik. dpa

Die Commerzbank gehört zu einem Viertel der Bundesrepublik.

Berlin/FrankfurtDie schlechte wirtschaftliche Lage bei der Commerzbank alarmiert die Politik. Denn die Aktien, die der mit 25 Prozent an der Bank beteiligte Staat besitzt, haben dramatisch an Wert verloren. Parteiübergreifend übten Parlamentarier Kritik an der Bank und forderten Konsequenzen. „Die Entwicklungen bei der Commerzbank sehen wir zunehmend mit Sorge“, sagte Klaus-Peter Flosbach, der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Handelsblatt.

Der Koalitionspartner äußert sich ähnlich. „Die Performance der Commerzbank ist - in einer zugegebenermaßen schwierigen Marktsituation - nicht zufriedenstellend. Andere Marktteilnehmer kommen mit der Situation besser klar“, urteilte der FDP-Finanzexperte Björn Sänger.

Das steht im Commerzbank-Halbjahresbericht

Operatives Ergebnis

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 1,04 Milliarden Euro erzielt. Das waren knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 461 Millionen Euro entfielen auf das zweite Vierteljahr, 584 Millionen Euro auf das erste.

./. Bewertungsergebnis...

...auf den voraussichtlichen Verkaufspreis von Veräußerungsgruppen: Das klingt umständlich, doch damit sind lediglich die Belastungen gemeint, die die Commerzbank durch den Verkauf Bank Forum hat. Der Verkauf der ukrainischen Tochter schmälert die Kapitaldecke um 86 Millionen Euro. Das Bewertungsergebnis wird vom operativen Ergebnis abgezogen.

./. Restrukturierungsaufwendungen

43 Millionen Euro an Restrukturierungskosten gibt die Bank für das erste Halbjahr 2012 an. Im zweiten Vierteljahr neun Millionen Euro, im ersten waren es 34 Millionen Euro.

./. Steuern

Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut hat im ersten Halbjahr 209 Millionen Euro Zinsen gezahlt. Davon entfielen auf das zweite Quartal 56 Millionen Euro und 153 Millionen Euro auf das erste.

= Konzernergebnis

Im ersten Halbjahr 2012 bleibt somit ein Konzernergebnis von 697 Millionen Euro über. 300 Millionen Euro Gewinn machte die Commerzbank dabei im zweiten Quartal, 397 Millionen Euro im ersten.

Kapitalziel

Die Commerzbank hat das Kapitalziel der Europäischen Finanzaufsicht EBA von 5,3 Milliarden Euro um 2,8 Milliarden Euro übererfüllt. Damit kommt das Institut auf eine Kernkapitalquote von 12,2 Prozent.

Die schlechten Geschäftszahlen vom Donnerstag und der pessimistische Ausblick hatten für Kursverluste gesorgt. Sänger sieht Vorstand und Aufsichtsrat in der Pflicht, „eine klare und verlässliche Strategie zu entwickeln, wie die volle Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden kann“. In der Commerzbank sei ein ordentlicher Batzen Steuergeld gebunden, „der nicht auf Ewigkeiten in diesem Institut verbleiben soll und kann“, meint Sänger.

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, geht noch weiter. Für ihn stellt sich die Frage, „warum Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller immer noch in diesem Amt ist“. Er sei schließlich „entscheidend für die Schieflage der Bank verantwortlich“, sagte er und ergänzte: Der Bund stehe als größter Eigentümer der Bank in der Verantwortung. Er könne sich nicht mit dem Verweis auf die Minderheitsbeteiligung verstecken.

Die Kritik aus der Politik kommt nicht von ungefähr. Finanziell ausgezahlt hat sich das staatliche Engagement bislang bei weitem nicht. Und mit jedem Kursrutsch sinkt auch der Wert des Aktienpakets, das der Bund als Großaktionär hält. Nach Berechnungen des Handelsblatts haben alle vom Bund gekauften Aktien zusammen 3,3 Milliarden Euro an Wert verloren.

Kommentare (11)

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Thomas-Melber-Stuttgart

13.08.2012, 13:46 Uhr

Ursächlich für die schlechte Performance der CoBa ist sicher die nicht ausreichende Vergütung des Vorstandes. Daher: diesem deutlich mehr "fix" bezahlen, dann werden auch die Zahlen besser! Oder auch nicht, das sieht man dann so in zwei bis drei Jahren.

Stula

13.08.2012, 14:13 Uhr

So ein Schmus was sich die Politik da wieder zusammenreimt. Warum sollte man im großen Stil Commerzbank-Aktien kaufen? Wenn der Staat seine Anteilsscheine auf den Markt kloppt, bricht der Kurs doch ein. Soll der Staat doch lieber beim jetzigen Niveau weiter zukaufen, dann steigt auch wieder der Kurs.

Account gelöscht!

13.08.2012, 14:41 Uhr

Pleite gehen lassen! Und schon hat das gezocke ein Ende!!!

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