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17.07.2012

14:10 Uhr

Commerzbank

„Ich wüsste nicht, wo man noch abbauen sollte“

Die Mitarbeiter der Commerzbank haben Angst vor weiteren Stellenstreichungen. Das Institut will sich zur neuen Strategie erst im Herbst äußern. Ein neues Abbauprogramm könnte diesmal auch die Filialen treffen.

Die Commerzbank steht offenbar vor einem weiteren Stellenabbau. dapd

Die Commerzbank steht offenbar vor einem weiteren Stellenabbau.

FrankfurtEin Gespenst geht um bei der Commerzbank : Stellenabbau heißt das Wort, das Deutschlands zweitgrößte Bank im Sommerloch aufschreckt. Und niemand dementiert: Der Gesamtbetriebsratschef ist im Urlaub, seine Stellvertreterin will nicht sprechen, das Unternehmen verweist auf die neue Strategie, die erst im Herbst stehen soll. Bis dahin: kein Kommentar.

Und in der Belegschaft greift Verunsicherung um sich: „Zu uns ist davon noch nichts vorgedrungen“, sagt Dieter Erb, stellvertretender Betriebsratschef in der Zentrale, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. „Da wären wir sicher frühzeitig informiert worden. Aber wir sind ja noch mitten im Abbauprogramm.“

9000 Arbeitsplätze waren nach der Fusion mit der Dresdner Bank gestrichen worden, 500 müssen dafür noch - vornehmlich in der Zentrale - gehen. Dafür hatte die Commerzbank versprochen, bis Ende 2013 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Doch das war vor mehr als drei Jahren. „Wir müssen uns fragen, ob die 2009 geplanten Ressourcen noch stimmen“, zitierte die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag einen nicht genannten Insider.

Das Filialgeschäft war damals geschont worden, obwohl aus 1600 gelben Commerzbank- und grünen Dresdner-Bank-Filialen 1200 wurden. 70 Prozent des Stellenabbaus sollten in der Verwaltung und im Investmentbanking vorgenommen werden. Doch das damals noch größte Filialnetz einer deutschen Bank warf nie die erhofften Renditen ab.

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375 Millionen Euro verdiente die ganze Privatkunden-Sparte im vergangenen Jahr - gerade einmal 34 Euro mit jedem der elf Millionen Kunden. Von einem Milliardengewinn, der Commerzbank-Chef Martin Blessing einst für 2012 vorschwebte, ist längst nicht mehr die Rede. Doch mit einer Aufwandsquote von 89 Prozent kann Vorstand Martin Zielke auch so nicht zufrieden sein.

Kommentare (2)

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17.07.2012, 15:26 Uhr

Wenn ich meine lokale Filiale betrete sind da von vormals mindestens 15 Leuten noch 3 bis 4 Hansel übrig. Wenn die jetzt nochmal abbauen, können sie die Filiale schließen. Aber eins ist klar, wenn sie die Filiale schließen, wechsle ich die Bank. Auch wenn das nervt ohne Ende.

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17.07.2012, 17:43 Uhr

Vielleicht kommen die verbliebenen Beraterinnen mit.

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