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10.10.2016

18:56 Uhr

Commerzbank

In diesen Sparten gibt es die stärksten Einschnitte

Die Commerzbank plant bei ihrem Umbau die stärksten Einschnitte im Geschäft mit großen Firmenkunden: 2400 Stellen sollen hier wegfallen. Doch auch in der Privatkundensparte fällt der Stellenabbau massiv aus.

Die Commerzbank lässt sich beim Um- und Abbau der Stellen nicht in die Karten blicken. Es gibt zwar ungefähre Zahlen, Klarheit aber noch lange nicht. dpa

Beschäftigte bangen weiterhin

Die Commerzbank lässt sich beim Um- und Abbau der Stellen nicht in die Karten blicken. Es gibt zwar ungefähre Zahlen, Klarheit aber noch lange nicht.

FrankfurtDie Commerzbank plant bei ihrem Umbau die stärksten Einschnitte im Geschäft mit großen Firmenkunden. 2400 Stellen sollen in der neuen, aus dem Großteil der Mittelstandsbank und dem Investmentbanking entstehenden Sparte wegfallen, wie Aufsichtsratsmitglied Mark Roach der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe) sagte. Das wäre fast jeder dritte der zuletzt gut 7500 Arbeitsplätze in den beiden Bereichen.

Eine andere mit den Verhandlungen vertraute Person bestätigte die Angaben des Arbeitnehmervertreters. Ebenfalls rund ein Viertel der 9600 zur Disposition stehenden Stellen sollen laut Roach in der Privatkundensparte wegfallen. Dort arbeiten – einschließlich der polnischen mBank – mehr als 23.000 der 49.000 Commerzbank-Mitarbeiter. Konzernweit fällt gut ein Fünftel der Stellen weg.

Der Rest entfällt auf die Verwaltungsbereiche, in denen die Commerzbank knapp 18.000 Menschen beschäftigt. Verdi-Vertreter Roach kritisierte, dass der Vorstand der Commerzbank um Martin Zielke in den Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern in der vergangenen Woche vage geblieben sei, wo genau die Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. „Das erste Gespräch mit dem Vorstand hat schon seine Taktik offenbart: Die Beschäftigten hinhalten. Man lässt die Angst jedes einzelnen Betroffenen wabern.“ Er forderte, möglichst schnell Klarheit zu schaffen.

Die Verhandlungen sollen laut Finanzkreisen in der nächsten Woche mit einem „Spitzengespräch“ fortgesetzt werden. Allerdings sind in diesem Jahr keine Entscheidungen zu erwarten. Zielke hat bereits erklärt, die Kosten von rund 1,1 Milliarden Euro für den Stellenabbau sollten erst 2017 und 2018 verbucht werden. Die Jobs dürften in den nächsten vier Jahren aber erst nach und nach wegfallen. Die Commerzbank muss die Systeme und Programme zur Digitalisierung des Geschäfts, die die Mitarbeiter dann überzählig machen sollen, zum Teil erst noch entwickeln. In der IT-Abteilung mit 2500 Beschäftigten sind bis 2020 rund 800 Stellen betroffen. Dabei verlieren aber nur 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, 300 sollen zur Tochter Commerz Systems wechseln, weitere 300 kommen woanders im Konzern unter.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Die Umstrukturierung kostet nicht nur den bisher für die Mittelstandsbank zuständigen Vorstand Markus Beumer den Posten. Sie hat auch personelle Konsequenzen bei den Bereichsvorständen: Ihre Zahl sinkt um drei auf 41, wie aus einer Reuters vorliegenden internen Mitteilung hervorgeht. Ulrich Coenen, der sich bisher um die Digitalisierung in der Mittelstandsbank gekümmert hatte, betreut als Bereichsvorstand die Unternehmer mit einem Umsatz von bis zu 15 Millionen Euro, die künftig der Privatkundensparte zugeordnet werden.

Der 43-Jährige ehemalige E-Plus-Manager war erst im April 2015 zur Commerzbank gekommen. Um die Weiterentwicklung und Digitalisierung des neuen Segments Firmenkunden kümmert sich Jan-Philipp Gillmann, der bisher von New York aus für das Nordamerika-Geschäft zuständig war.

Von

rtr

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