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09.08.2012

10:33 Uhr

Commerzbank

Jetzt geht es den Filialen an den Kragen

Nur 24 Millionen Euro hat die Commerzbank im zweiten Quartal mit Privatkunden verdient. Vorstandschef Martin Blessing will mit einem neuen Sparprogramm gegensteuern. Harte Einschnitte kündigen sich an.

Commerzbank bleibt ein Sorgenkind

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FrankfurtDie Commerzbank kommt auch vier Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank im Privatkundengeschäft nicht voran. Das Ergebnis der Sparte sei nicht zufriedenstellend, sagte Finanzvorstand Stephan Engels am Donnerstag in Frankfurt.

Im ersten Halbjahr verdiente das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut im Filialgeschäft operativ nur noch 126 Millionen Euro, mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal verdiente die Commerzbank ganze 14 Millionen Euro. Als Reaktion deutete die Bank nun ein neues Sparprogramm an.

Das steht im Commerzbank-Halbjahresbericht

Operatives Ergebnis

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 1,04 Milliarden Euro erzielt. Das waren knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 461 Millionen Euro entfielen auf das zweite Vierteljahr, 584 Millionen Euro auf das erste.

./. Bewertungsergebnis...

...auf den voraussichtlichen Verkaufspreis von Veräußerungsgruppen: Das klingt umständlich, doch damit sind lediglich die Belastungen gemeint, die die Commerzbank durch den Verkauf Bank Forum hat. Der Verkauf der ukrainischen Tochter schmälert die Kapitaldecke um 86 Millionen Euro. Das Bewertungsergebnis wird vom operativen Ergebnis abgezogen.

./. Restrukturierungsaufwendungen

43 Millionen Euro an Restrukturierungskosten gibt die Bank für das erste Halbjahr 2012 an. Im zweiten Vierteljahr neun Millionen Euro, im ersten waren es 34 Millionen Euro.

./. Steuern

Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut hat im ersten Halbjahr 209 Millionen Euro Zinsen gezahlt. Davon entfielen auf das zweite Quartal 56 Millionen Euro und 153 Millionen Euro auf das erste.

= Konzernergebnis

Im ersten Halbjahr 2012 bleibt somit ein Konzernergebnis von 697 Millionen Euro über. 300 Millionen Euro Gewinn machte die Commerzbank dabei im zweiten Quartal, 397 Millionen Euro im ersten.

Kapitalziel

Die Commerzbank hat das Kapitalziel der Europäischen Finanzaufsicht EBA von 5,3 Milliarden Euro um 2,8 Milliarden Euro übererfüllt. Damit kommt das Institut auf eine Kernkapitalquote von 12,2 Prozent.

Bis November will die Bank vor allem das Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden unter die Lupe nehmen, mit dem sie im zweiten Quartal kaum noch Geld verdiente, wie Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt sagte. Spekulationen über einen Stellenabbau und Filialschließungen kursieren bereits seit einigen Wochen.

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Wegen der geringen Zinsen sanken die Gewinne im Einlagengeschäft. Zudem hielten sich die Kunden angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten mit Wertpapiergeschäften zurück. Das drückte auf den Provisionsüberschuss. Gesunkene Kosten konnten das nicht wettmachen. Analysten bemängeln seit langem die schwache Ertragskraft im Privatkundengeschäft. Der Commerzbank gelinge es nicht, ihre mit den vielen Filialen eigentlich große Vertriebskraft umzusetzen.

Nun will das Management gegensteuern. Es deutete neue Einschnitte an. „Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben“, erklärte Finanzvorstand Engels. Was das konkret heißt, ließ er zunächst offen. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, dass die Bank 2000 Stellen streichen könnte.

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Die Commerzbank hält Anleger und Mitarbeiter in Atem. Die aktuellen Zahlen sind zwar nicht schlecht, doch der Unmut bleibt. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben – erst recht, wenn Filialen geschlossen werden.

Für das zweite Halbjahr rechnet die zweitgrößte deutsche Bank mit sinkenden Gewinnen, nachdem das Konzernergebnis schon im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 697 Millionen Euro geschrumpft war. „Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das Operative Ergebnis reduziert“, sagte Finanzvorstand Stephan Engels.

Kommentare (21)

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oder_so

09.08.2012, 09:41 Uhr

Thats the press-work: newsblowing.
Demnächst in diesem Theater:
the nextnews aus einer einzigen Agenturmeldung:
Qualitätsjournalismus.

Sapere_aude

09.08.2012, 10:19 Uhr

Ich habe nicht gewusst, dass Filialen einen Kragen haben ("Jetzt geht es Filialen an den Kragen"), aber ich als Leser habe einen Kragen, und der beginnt unter diesem ätzenden Agitationsjournalismus langsam zu platzen:
Wer macht bei Ihnen eigentlich die Überschriften?
Wer redigiert eigentlich bei Ihnen - oder hauen Sie die Artikel einfach raus wie sie geschrieben werden?
Es ist einfach nur noch ätzend, giftig, gehässig, schädlich bis schadenfroh, oder einfach dämlich (Autotests, die keiner lesen will und Bildchenberichte) was im Handelsblatt zu lesen ist: nach dem Motto: wenn nicht giftig dann banal, meistens aber beides.

Die Wurzeln des Chefredakteurs beim Spiegel sind übersehbar - das Handelsblatt ist inzwischen ätzender als der Spiegel zu seinen ätzendsten Zeiten in der End-Ära Augstein - insofern: Gratulation.
Das Ziel scheint erreicht, Herr Steingart.

Ach ja, kaufen Sie eigentlich weiterhin griechische Staatsanleihen? Und was haben Sie mit Ihren griechischen Staatsanleihen anlässlich Ihres Kaufaufrufes im Mai 2010 gemacht?

Sehr selbstkritisch, Herr Steingart. Großer Journalismus.

Account gelöscht!

09.08.2012, 10:26 Uhr

In den nächsten Tagen geht ein Brief an den Vorstand der Commerzbank. Vielleicht sind einige vernünftige Lösungen enthalten.

Nur so viel,
in Europa sind die Investitionen derzeit ein gefährliches Spiel. Mit Sicherheit werden der ESM und der Fiskalpakt, was einer europäischen Schuldenunion (dauerhafter Bundesländerfinanzausgleich auf europäischer Ebene) oder Euro-Bonds gleichkommt, vom Bundesverfassungsgericht so nicht abgesegnet. Daraufhin sollten sich alle Banken einstellen.

In dem Brief steht,
wo und wie investiert werden könnte. Als Erfinder, Patentinhaber und Verfasser der Patentschriften ist genügend Potential vorhanden für das Erkennen der eigentlichen Probleme in den unterschiedlichen Bereichen.
Vor der Konkurrenz müssen diese Lösungswege geheim gehalten werden. Deshalb wird hier nicht näher eingegangen. Wenn wenigstens einige Projekte, welche in die Zukunft gerichtet sind, realisiert werden könnten, wäre das der Hammer. Ziel ist es, das Finanzunternehmen Commerzbank gegen die permanente Euro-Krise zu stabilisieren.

Ziel ist es auch mit den Lösungsmöglichkeiten die Commerzbank für den Zusammenbruch der Euro-Währung fitt zu kriegen. Die Commerzbank ist nicht nur systemrelevant sondern bietet dem Mittelstand, den Kleinunternehmern und den vielen Kreditnehmern für Haus und Grund den perfekten Start nach dem Euro-Crash.

Nur ein Idiot glaubt an die ewige Existenz des Euro in dieser Form. Tut mir Leid, dass ich die bittere Wahrheit geradeheraus schreibe.

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