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19.09.2012

13:15 Uhr

Commerzbank

Mehr als 1000 Stellen auf der Kippe

Der Gewinn der Commerzbank im Privatkundengeschäft war zuletzt enttäuschend. Und zwar gleich so sehr, dass das Institut nun offenbar einen Stellenabbau in vierstelliger Größenordnung prüft, wie es in Finanzkreisen heißt.

Die Commerzbank denkt auch über die Schließung einiger Filialen nach. Reuters

Die Commerzbank denkt auch über die Schließung einiger Filialen nach.

FrankfurtDas zweitgrößte deutsche Geldinstitut Commerzbank AG dürfte sein Privatkundengeschäft weiter reduzieren. Wegen des Niedrigzinsumfelds und sinkender Kundenaktivität prüfe die Bank die Streichung von mehr als 1000 Stellen, sagten zwei mit dem Sachverhalt vertraute Personen. Der Vorstand spiele Szenarien durch, wie die Kosten an die Kundenbasis angepasst werden können.

Inzwischen hätten Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat über eine sozialverträgliche Einigung begonnen, sagten sie. 25 Prozent aller Stellen im Filialgeschäft könnten im schlechtesten Fall wegfallen, sagte eine der Personen. Ein Banksprecher machte dazu keine Angaben und verwies auf die Vorstellung der neuen Strategie Anfang November.

Im vergangenen Monat hatte das Institut angekündigt, am 8. November einen Plan zur “Umpositionierung” des Filialgeschäfts vorlegen zu wollen. Die Commerzbank denkt zudem über die Schließung von einigen der 1500 Filialen in Deutschland, längere Arbeitszeiten für die Kundenbetreuer und einen Ausbau des Onlineangebots für die elf Millionen Kunden nach, sagte eine der Personen. Von möglichen Stellenstreichungen wurde zuvor von der Börsen-Zeitung berichtet.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Der operative Gewinn der Bank ist im zweiten Quartal im Retailgeschäft um 82 Prozent auf 14 Mio. Euro gesunken. Hintergrund sind geringere Zins- und Provisionsgewinne. Ohne die Gewinne der Internet-Tochter Comdirect AG wäre dieser Bereich unprofitabel, hatte Anfang August Finanzvorstand Stephan Engels gesagt.

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