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18.04.2013

03:38 Uhr

Commerzbank

Milliarden-Hypotheken-Deal steht offenbar kurz bevor

Der größte Hypotheken-Deal seit Beginn der Finanzkrise dürfte kurz bevorstehen. Einem Medienbericht zufolge hat sich die Commerzbank für einen Käufer für das fast fünf Milliarden schwere Paket entschieden.

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main. dpa

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main.

FrankfurtDie Commerzbank steht nach einem Zeitungsbericht vor dem Verkauf eines vier Milliarden Pfund (knapp 4,7 Milliarden Euro) schweren Hypotheken-Portfolios in Großbritannien. Wie die „Financial Times“ berichtete, verhandelt die Commerzbank nun exklusiv mit dem Finanzinvestor Lone Star und der US-Großbank Wells Fargo über das Paket, das zu den Überresten ihres Immobilienfinanzierers Eurohypo (jetzt Hypothekenbank Frankfurt) gehört.

Die Commerzbank wollte sich zu dem Prozess am Mittwochabend nicht äußern. Laut „FT“ wäre die Transaktion der größte Verkauf eines Hypotheken-Bestandes einer europäischen Bank seit Beginn der Finanzkrise.

Die Londoner Zeitung beruft sich auf mit der Situation vertraute Personen. Dem Bericht zufolge würde Lone Star jenen Teil der Kredite übernehmen, bei dem Zins und Tilgung fraglich geworden sind, Wells Fargo den ordentlich bedienten Teil davon - die große Mehrheit.

Andere Interessenten für das Paket, darunter die Finanzinvestoren Blackstone, Apollo und Starwood Capital sowie der zur Allianz gehörende Vermögensverwalter Pimco, hätten am Dienstag Absagen erhalten. Die Commerzbank werde bei der Transaktion von Barclays beraten.

Viele Banken zögern mit dem Verkauf leistungsgestörter Kredite, weil sie dabei in der Regel Verluste realisieren müssen. So stehen die Hypotheken bei der Commerzbank mit vier Milliarden Pfund in den Büchern, wie die Zeitung schreibt.

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Die Angebote dürften aber darunter liegen. Bei regelmäßig bedienten Krediten liege der Abschlag bei rund zehn Prozent, bei den anderen, die etwa ein Viertel des Bestandes ausmachten, bei 25 Prozent.

Doch die Eurohypo muss abgewickelt werden, so dass die Commerzbank nicht um einen Abbau herumkommt. Erst wenn sie die milliardenschweren Altlasten der Eurohypo los ist, kann sie die Sanierung abschließen und wieder nachhaltige Gewinne einfahren. Gelänge der Verkauf des britischen Portfolios, würde das die Aufräumarbeiten erheblich beschleunigen.

Von

rtr

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

18.04.2013, 07:28 Uhr

Na prima....man könnte sich jetzt hinsichtlich der Sanierung der Commerzbank und Rückzahlung unserer Steuergelder freuen, aber da spielt sich offenbar genau das wieder ab, was zu der Krise 2008 geführt hat. Nichts gelernt und am Schluss bezahlt der Steuerzahler, wieder, doppelt usw.
Ich kann nur hoffen, dass die AfD dieses kranke und extrem riskante Geschäftsgebaren der Banken endlich eindämmt.

Account gelöscht!

18.04.2013, 09:25 Uhr

Sie können davon aus gehen dass niemand das Geschäftsgebaren der Banken eindämmen wird. Ganz im Gegenteil wird, im anbetracht der Tatsache dass Amerikanische Banken schon wieder Rekordgewinne, hauptsächlich im Investmentranking (wie kann es auch anders sein) und sehr oft zu Lasten Europas (Leerverkäufe etc.) machen, können wir davon aus gehen dass auch die Europäische Politik, in ihrer Verlegenheit und ohne besseren Wissens, die Bankenregulierungen wieder lockern wird. Also werden auch Europäische Banken, um nicht gänzlich ins Hintertreffen zu geraten, wieder stärker im globalen Casino mit spielen (was ihren Aktienkursen kurzfristig natürlich gut tun wird). Bis zum finalen Kollaps.

DerStammtischisteroeffnet

18.04.2013, 09:27 Uhr

Selten solch dämliche Stammtischparolen gehört. Mit "krankem und extrem riskanten Geschäftsgebahren" meinen Sie das Hypothekengeschäft, d.h. mithin das Kreditgeschäft. Das wiederum ist mit der älteste Geschäftszweig des Bankengeschäftes, es gibt in so ziemlich genauso lange wie Banken überhaupt. Was Sie eigentlich meinen ist der Handel von MSB und ASB Securities, die, völlig richtig, ein wesentlicher Auslöser der Krise 2008 waren. Davon ist aber im Artikel gar keine Rede. Hier geht es um den Verkauf einwandfreier Kredite an eine Bank und weniger werthaltiger Kredite an eine Investmentgesellschaft (das ist keine Bank, schön aufgepasst!), die kein Geheimnis daraus macht, genau solche Dinge zu tun, sprich dem Anleger dies auch nicht verheimlicht.

Zu guter Letzt: Selbst wenn man davon ausginge, es handele sich um extrem risikoreiche Geschäfte hat die Commerzbank dafür gesorgt, dass diese nicht länger in DE sondern in beiden Fällen in den USA liegen. Wo nun also genau wäre deutsche Steuerzahler gefragt? Oder soll die AfD etwa den US-amerikanischen Steuerzahler vor der bösen Comemrzbank schützen, was meinen Sie?

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