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23.09.2016

12:57 Uhr

Commerzbank

Mindestens 5000 Jobs sind in Gefahr

VonMichael Brächer

Der zweitgrößten deutschen Bank könnte ein größerer Stellenabbau bevorstehen als bisher bekannt. Nach einem Zeitungsbericht sollen mindestens 5000 Stellen oder mehr als zehn Prozent der Belegschaft gestrichen werden.

Die Bank steht vor einem großen Stellenabbau. dpa

Commerzbank

Die Bank steht vor einem großen Stellenabbau.

DüsseldorfSeit Monaten feilt der Vorstand der Commerzbank an einer neuen Strategie für Deutschlands zweitgrößtes Bankhaus. Dabei soll es um Digitalisierung, Wachstum und Erträge gehen – doch viele Mitarbeiter fürchten, dass bei ihren Jobs der Rotstift angesetzt wird. Mindestens 5000 Stellen oder mehr als 10 Prozent der Belegschaft könnten betroffen sein, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Verweis auf Insider. Dabei seien vor allem Kürzungen im so genannten Back Office der Bank geplant. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass sogar eine fünfstellige Zahl von Stellen gefährdet sein könnte. Die Bank will sich dazu nicht äußern. 

Zielke und seine Mannschaft stehen unter wachsendem Handlungsdruck: Kaum im Amt, hatte der neue Commerzbank-Chef das Gewinnziel der Bank für das laufende Jahr kassiert. Unter Zielkes Vorgänger Martin Blessing hatte die Bank im vergangenen Jahr noch einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro ausgewiesen, doch danach lief das Geschäft mehr schlecht als recht. 

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Der geplante Umbau der Commerzbank sorgt auch intern für Aufsehen. Im Intranet bittet Chef Zielke seine Mitarbeiter um Geduld. Bedenken versucht er auszuräumen: „Wir sägen doch nicht an dem Ast, auf dem wir sitzen.“

Wie andere Institute leidet auch die Commerzbank unter den niedrigen Zinsen, der wachsenden Regulierung und der Zurückhaltung der Kundschaft. Die mauen Zahlen ärgerten auch viele Aktionäre der Bank: An der Börse fiel der Kurs der Papiere seit Jahresbeginn um mehr als 30 Prozent. Entsprechend hoch fallen die Erwartungen an Zielkes Strategie aus.

Schon vor zwei Wochen hatte das Handelsblatt über radikale Umbaupläne bei der Bank berichtet. Demnach erwägt Bankchef Zielke, die schwächelnde Mittelstandssparte der Bank aufzuspalten. Sie galt jahrelang als Gewinnmotor der Bank und liefert in absoluten Zahlen noch immer einen höheren Vorsteuergewinn als alle anderen Sparten der Bank ab.

Die (un)profitabelsten Bankengruppen Deutschlands

Platz 8

Genossenschaftliche Zentralbanken

Rentabilität 2015: -1,08 %

Rentabilität 2014: 2,64 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 7

Großbanken (Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Unicredit/Hypo-Vereinsbank)

Rentabilität 2015: 1,81 %

Rentabilität 2014: 3,16 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 6

Landesbanken (u.a. Bayern LB, LBBW)

Rentabilität 2015: 1,89 %

Rentabilität 2014: -1,5 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 5

Regionalbanken und sonstige Kreditbanken (u.a. BFI Bank, Deutsche Leasing Finance)

Rentabilität 2015: 2,72 %

Rentabilität 2014: 4,23 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 4

Bausparkassen (u.a. Bausparkasse Mainz, LBS)

Rentabilität 2015: 3,66 %

Rentabilität 2014: 5,6 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Durchschnitt

Durchschnitt aller Banken

Rentabilität 2015: 3,96 %

Rentabilität 2014: 3,98 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 3

Realkreditinstitute (u.a. Münchener Hypothekenbank, Wüstenrot Bank)

Rentabilität 2015: 4,29 %

Rentabilität 2014: -1,67 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 2

Sparkassen

Rentabilität 2015: 6,52 %

Rentabilität 2014: 6,72 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 1

Kreditgenossenschaften (u.a. Volksbanken und Raiffeisenbanken)

Rentabilität 2015: 7,34 %

Rentabilität 2014: 8,59 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Doch wichtige Kennziffern verschlechterten sich denkbar schlecht – so hat sich die wichtige Eigenkapitalrendite etwa in den vergangenen drei Jahren mehr als halbiert. Dem Vernehmen nach würde bei einer Aufspaltung der Mittelstandsbank das Geschäft mit kleineren Firmenkunden bei der Privatkundenbank angesiedelt, für größere Mittelständler wäre die Kapitalmarktsparte zuständig. So könnten Doppelarbeiten vermieden und Kosten gesenkt werden, hieß es.

Zudem solle die Investmentbank massiv verkleinert werden. Die Bank wollte sich zu Spekulationen über die neue Strategie oder etwaige Stellenkürzungen bislang nicht äußern. „Wir werden nicht jede Information und Spekulation kommentieren“, sagte Vorstandschef Martin Zielke unlängst in einem internen Interview. In Finanzkreisen heißt es, dass Zielke seine Pläne in der kommenden Woche der Öffentlichkeit vorstellen will.

Kommentare (6)

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Herr Thomas Behrends

23.09.2016, 12:54 Uhr

Es ist für mich immer noch ein Wunder, dass Unternehmen, die bereits pleite sind, dennoch künstlich am Leben gehalten werden. So wie die Commerzbank und Air Berlin.

Stellt Insolvenzverschleppung nicht einen Straftatbestand dar ?

Unverständlich weshalb sich die Bundesrepublik zum Handlanger der Commerzbank Insolvenzverschleppung macht !!!

Account gelöscht!

23.09.2016, 12:55 Uhr

Die Deutsche Bank, die Commerzbank...unter dieser schlechten Finanz-Europolitik der Merkel-Draghi Amateure wird der Londoner Finanzplatz automatisch zum Gewinner werden. Der Brexit war das Beste, was Großbritanien nach dem 2. Weltkrieg hingelegt hat.

Account gelöscht!

23.09.2016, 13:07 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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