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22.11.2011

20:06 Uhr

Commerzbank

Steht ihre Rettung wieder an?

Der Blitz-Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht könnte einigen deutschen Banken eine böse Überraschung liefern. Besonders hart dürfte es die Commerzbank treffen. Es wird über ein neues Finanzloch in Milliardenhöhe spekuliert.

Die Kapitallücke der Commerzbank könnte sich auf rund fünf Milliarden Euro belaufen. Reuters

Die Kapitallücke der Commerzbank könnte sich auf rund fünf Milliarden Euro belaufen.

DüsseldorfDer Blitz-Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) könnte den deutschen Banken weh tun. Ihnen droht bei strengeren Regulairen ein zusätzlicher Kapitalbedarf in Milliardenhöhe. Einige Institute müssten so unter Umständen zu Kapitalerhöhungen oder gar neuerlichen Staatshilfen greifen. Doch eine gute Nachricht gab es für die Banken: Die Ergebnisse des Stresstests dürften Finanzkreisen nach nicht mehr in dieser Woche veröffentlicht werden. Die EBA wolle die Zahlen zunächst den EU-Finanzministern vorstellen, die sich am 30. November treffen. Die EBA selbst kündigte lediglich an, die Ergebnisse im Laufe des November vorlegen zu wollen.

Besonders hart könnte es die angeschlagene und teilverstaatlichte Commerzbank treffen. Sie braucht wohl noch mehr Milliarden, als bislang befürchtet. Dem Institut könnten rund fünf statt drei Milliarden Euro fehlen, wenn die EU-Bankenaufseher ihre Anforderungen verschärfen. Das sollen laut der Nachrichtenagentur Reuters bankinterne Berechnungen ergeben haben. Die Anleger, die das Vertrauen in die Commerzbank schon lange verloren haben, schickten die Aktien an der Börse auf Talfahrt - am Handelsplatz in Frankfurt rauschte der Kurs heute um mehr als 15,1 Prozent auf 1,15 Euro ab. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund drei Viertel an Wert eingebüßt. Damit ist das Geldhaus an der Börse nur noch 6,5 Milliarden Euro wert.

Die Commerzbank, deren Kapitalbedarf bislang der größte aller deutschen Institute war, hat sich bislang noch nicht geäußert. Und je länger sich das Institut in Schweigen hüllt, desto weniger glauben Experten daran, dass das Institut die Auflagen überhaupt noch aus eigener Kraft erfüllen kann. Zwar will Commerzbank-Chef Martin Blessing die Bilanzrisiken im kommenden halben Jahr drastisch herunterfahren, aber es bleiben Zweifel, dass das reicht.

Druck auf Blessing wächst

Mit dem höheren Bedarf wächst der Druck auf Blessing. Er hat sein persönliches Schicksal damit verknüpft, dass das Institut die Lücke bis Mitte 2012 schließen kann, ohne noch einmal Staatshilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Eine Mammutaufgabe und an Tagen wie heute scheint sein Schicksal besiegelt. Die Commerzbank hatte 2009 insgesamt 18 Milliarden Euro an frischem Kapital vom Bankenrettungsfonds Soffin erhalten. Mehr als 90 Prozent der stillen Einlage hat sie zurückgezahlt, der Staat hält aber immer noch 25 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Bank.

Kommentare (31)

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Pleitegeier

22.11.2011, 17:15 Uhr

Was ist hier eigentlich los? Wo leben wir denn?
Wie kann es sein das ein Dax Konzern (dazu noch die zweitgrößte Bank Deutschlands) an nur einem Tag 20% an Wert verliert? Als Auslöser Gerüchte...
Ist jetzt Morgen Weltuntergang oder erst Übermorgen?

Firmenkunde

22.11.2011, 17:16 Uhr

Endlich mal eine gute Nachricht. Gut deshalb, weil anscheinend nur die Märkte bestimmte Personen aus dem Vorstand kicken können. Wir als Sparer und von der COBA durch hohe Tagesgeldzinsen angelockte Bürger haben kein Verständnis für solch Handeln. Tja lieber Herr Blessing, sicher wissen Sie, was Covenants sind. Was droht bei Nichteinhaltung? Richtig....

Harakirri

22.11.2011, 17:27 Uhr

Herr Blessing, wenn Sie Anstand hätten, würden Sie Ihren Hut nehmen. Die Coba wieder mit Steuergeldern retten, müssen Sie mal dem Volk erklären. Schließen Sie ihren Glaspalast in Frankfurt und spenden Sie das Restvermögen den Suppenküchen in Deutschland. Dann würde die Coba wenigstens einmal ein gutes Werk für die Allgemeinheit tun.

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