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30.03.2012

13:40 Uhr

Commerzbank-Tochter

Eurohypo endet als Bad Bank

VonYasmin Osman

Monatelang wurde die Commerzbank durch die unsichere Zukunft der Eurohypo belastet. Jetzt konkretisieren sich die Abwicklungspläne für die defizitäre Immobilientochter. Doch die angedachte Lösung birgt manches Problem.

Die Zentrale der Eurohypo in Eschborn bei Frankfurt. dpa

Die Zentrale der Eurohypo in Eschborn bei Frankfurt.

FrankfurtDie Commerzbank plant für ihre Staats- und Immobilienfinanzierungstochter Eurohypo eine eigene Abwicklungsbank. Diese Bad Bank, die in der Commerzbank als eigenes Segment geführt wird, soll den Namen „Non-Core Assets“ (NCA) erhalten und ein Volumen von bis zu 150 Milliarden Euro haben. Die Commerzbank bildet die NCA, weil sie die Eurohypo größtenteils auflösen muss. Das Staatskreditgeschäft wird ganz abgewickelt. Vom Immobiliengeschäft der Eurohypo darf die Commerzbank nur etwa 25 Milliarden Euro, also knapp die Hälfte, fortführen.

Die Commerzbank bestätigte heute die Handelsblatt-Informationen. Vorstandschef Martin Blessing und EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia einigten sich nach monatelangen Verhandlungen. Die Commerzbank gründet für ihr Staatsfinanzierungsgeschäft und große Teile des Immobiliengeschäfts eine neue interne „Bad Bank“. Dort müssen die bisher zur Eurohypo gehörenden Bereiche abgewickelt werden. Im verbleibenden Gewerbeimmobilien-Geschäft in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien muss sich die Bank auf Geheiß der EU-Kommission jährlich auf ein Neugeschäft von fünf Milliarden Euro beschränken. Im Kerngeschäft darf die Commerzbank bis Ende 2014 maximal eine Bilanzsumme von 600 Milliarden Euro erreichen.

Commerzbank-Tochter: Eurohypo muss Stellen abbauen

Commerzbank-Tochter

Eurohypo muss Stellen abbauen

Der Eurohypo droht im Rahmen ihrer Abwicklung ein umfangreicher Stellenabbau. Am Freitag will die EU-Kommission Details über die Auflagen der Commerzbank-Tochter veröffentlichen.

„Die angepassten Auflagen der EU-Kommission sind anspruchsvoll, aber akzeptabel“, sagte Blessing am Freitag. Seit langem hatte er argumentiert, die Eurohypo sei wegen ihrer Größe, vor allem aber wegen der andauernden Verluste unverkäuflich. Die EU-Kommission gab nun aber nach. „Die Abwicklung der Eurohypo innerhalb der Bilanz der Commerzbank und die Verlängerung des Übernahmeverbots sind ein angemessener Ersatz für den Verkauf der Eurohypo“, erklärte Almunia. Eigentlich sollte die Commerzbank die Eurohypo bis 2014 als Preis für die Staatshilfen, die sie 2009 erhielt, verkaufen. Da sie die Auflage nicht erfüllen kann, muss die Eurohypo samt ihres Namens nun verschwinden. Wie der Bereich künftig heißen soll, steht noch nicht fest.

An der Börse herrschte Erleichterung: Die Commerzbank-Aktie verteuerte sich nach Bekanntgabe der Einigung um über drei Prozent auf 1,91 Euro. Die ungewisse Zukunft der Eurohypo hatten Analysten in den vergangenen Monaten immer wieder als Hauptgrund dafür genannt, dass das Papier unter Druck war.

Kommentare (8)

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travelgr

30.03.2012, 08:11 Uhr

Das bringt die naechste Kapitalerhoehung...

Hobie18

30.03.2012, 08:56 Uhr

Das war schon klar als Hypotheken der DB an die Eurohypo gingen.

IRR

30.03.2012, 09:14 Uhr

Und dann hat noch der Commerzbank-Chef vor Kurzem gross gesagt, dass die Bank die Hilfe vom Steuerzahler nicht mehr braucht. Wie man sieht, war das eine Lüge.
Nun schiebt man den Dreck wieder dem Steuerzahler zu. Und Herr Schäuble nickt das Ganze sicher wieder ab.
Einfach nur noch ekelhaft. Diese Bank gehört aufgelöst, nichts anderes.

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