Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.09.2016

10:37 Uhr

Commerzbank-Umbau

Arbeitnehmervertreter fühlen sich übergangen

VonMichael Brächer

Bei der Commerzbank wurden die Umbaupläne von Konzernchef Zielke vorab bekannt. Die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat ist reichlich pikiert – und fordert von Zielke einen „sozialverträglichen Umgang“ mit der Belegschaft.

Commerzbank

Gelingt Zielke der Technologiewandel des traditionellen Geldhauses?

Commerzbank: Gelingt Zielke der Technologiewandel des traditionellen Geldhauses?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtSo war es nicht geplant: Seine neue Strategie stellte Commerzbank-Chef Martin Zielke schon vor, als sie noch gar nicht beschlossen war. Schuld war eine Computerpanne, durch die Zielkes Worte schon am Mittwoch im Intranet der Bank präsentiert wurden.

Dabei hatte der Aufsichtsrat der Strategie noch gar nicht den Segen erteilt – die Kontrolleure befanden sich noch auf der Klausur, bei der ebenjene Strategie diskutiert werden sollte. Am Donnerstag bestätigte die Bank die Pläne dann auch ganz offiziell: Die Bank wird radikal umgebaut, Tausende Jobs fallen weg. 

Radikaler Umbau bestätigt: Commerzbank streicht 9600 Stellen und die Dividende

Radikaler Umbau bestätigt

Commerzbank streicht 9600 Stellen und die Dividende

Fast jeder fünfte Job bei der Commerzbank könnte wegfallen. Der massive Arbeitsplatzabbau ist Teil der Umbaustrategie von Vorstandschef Martin Zielke. Auch die Aktionäre gehen leer aus.

Die Arbeitnehmervertreter sehen die Mitbestimmung in Gefahr: Aufgrund der Nachrichtenlage seien „Aufsichtsratsmitglieder nun nicht in der Lage, frei über die Vorschläge zu diskutieren und andere Vorschläge einzubringen, ohne den Vorstand zu demontieren“, heißt es in einer Mitteilung an die Mitarbeiter der Bank, die dem Handelsblatt vorliegt. Denn Vorstandschef Zielke könne nur schwerlich von den Plänen abweichen, die die Bank ihren Aktionären bereits vorgestellt hat.

Die Grundzüge von Zielkes Strategie tragen die Arbeitnehmervertreter mit, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Vorstandschef will die Bank ganz auf das Privatkunden- und Firmenkundengeschäft ausrichten und digitalisieren. Doch seien „Umsetzung, konkrete Zeitpläne und Auswirkungen unklar“, bemängeln die Arbeitnehmer. Sie fordern den Vorstand auf, „eine sinnstiftende und belastbare Erklärung zu sozialverträglichem Umgang und Vorgehensweise abzugeben“. Der Commerzbank-Chef will seine Pläne am heutigen Freitag der Öffentlichkeit vorstellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×