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06.04.2014

15:53 Uhr

Commerzbank und DZ Bank

Banken müssen Bonus-Regeln verschärfen

ExklusivDie Commerzbank und die DZ Bank müssen ihre Bonus-Regeln ändern. Denn wenn die Bank keinen Gewinn macht, darf sie auch keine variablen Boni auszahlen.

Weniger Boni bei der Commerzbank: Das Institut muss ihr Bonus-System verschärfen. dpa

Weniger Boni bei der Commerzbank: Das Institut muss ihr Bonus-System verschärfen.

FrankfurtDie Commerzbank und die DZ Bank müssen ihre geltenden Bonus-Regeln verschärfen. Die variablen Vergütungen für außertariflich bezahlte Mitarbeiter müssen in Verlustjahren komplett gestrichen werden können, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Das ist bislang nicht der Fall. Bei der Commerzbank werden 60 Prozent der Boni nach individuellen Leistungskriterien verteilt, unabhängig vom Gewinn der Bank.

Hintergrund für den Änderungsbedarf ist Paragraf 7 der Institutsvergütungsverordnung, die im Januar in Kraft getreten ist. Die Finanzaufsicht Bafin interpretiert diesen Paragrafen so, „dass bei einem negativen Gesamterfolg des Instituts überhaupt keine Mittel für eine variable Vergütung bereitgestellt werden dürfen, etwa wenn dies die Eigenmittel- oder Liquiditätsausstattung des Instituts gefährdet“. Das teilte die Bafin dem Handelsblatt auf Anfrage mit. Dieser Bonus-Vorbehalt gilt auch für erfolgsbezogene Boni, selbst wenn Mitarbeiter die vereinbarten Leistungen erbracht haben.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Laut Bafin hat die Frage, ob und wie viel Geld eine Bank in den Bonuspool packt, erst einmal nicht mit den Erfolgen einzelner Mitarbeiter zu tun. „Das sind schlicht zwei unterschiedliche Handlungsstränge“, so die Bafin.

Commerzbank und DZ Bank werden nun Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern suchen, ist aus Finanzkreisen zu hören. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Bonusregeln der Deutschen Bank sind nach Angaben des Instituts bereits auf die neuen Regeln ausgelegt. Nach Ansicht von Mark Roach von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gibt es aber bei vielen Banken noch Handlungsbedarf wegen der Institutsvergütungsverordnung.

Von

yo

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

07.04.2014, 09:43 Uhr

... ist eigentlich für jeden normal denkenden Menschen selbstverständlich.

Account gelöscht!

07.04.2014, 10:54 Uhr

@Mazi, da haben Sie ganz Recht. In den Jahren ab Ende der 90er war das Thema variable oder auch leistungsabhängige Vergütung ganz modern. Diesem Trend steht der Gedanke vor, man könnte Menschen durch Ziele und monetäre Belohnung motivieren. Das dem nicht so ist, sollte sich mittlerweile überall herumgesprochen haben. Das perverse ist jedoch, dass die variablen Vergütungen nach und nach feste Vergütungen abgelöst haben. Mitarbeiter im Vertrieb und Händler sind zu großen Teilen Abhängig von den variablen Bestandteilen. Streicht man diesen jetzt die variablen Anteile, kann dies nur zur Folge haben, dass die variablen Anteile wieder durch fixe Anteile ersetzt werden. Ihr Beispiel zeigt sehr schön, dass einzelne Mitarbeiter keinen Einfluss auf den Gewinn eines ganzen Instituts haben können. Im Umkehrschluss aber das variable Gehalt abhängig vom Institutsgewinn sein soll. Sicherlich kann ein einzelner Mitarbeiter seine gesteckten Ziele zu 100% erreicht haben, aber die Bank trotzdem Verluste machen. Ist es dann fair diesem Mitarbeiter sein Gehalt nicht zu zahlen? Sinnvoll hingegen wäre eine Bindung der variablen Vergütungsbestandteile an eine Langfristkomponente bei Geschäftsführern/Vorständen einer Bank. Die Steigerung der Bilanzsumme oder der Jahresgewinn (bilanziell) sagen für sich alleine bei Ausblendung vorheriger und nachfolgender Perioden nichts über den Erfolg eines Institutes aus.

MfG
der Spielverderber

Account gelöscht!

07.04.2014, 11:47 Uhr

Während Geld in der Tat kein Motivator ist, muss die Vergütung schlichweg "stimmen" (Basis-Seminar für Führungskräfte erster Tag). Das Gehalt ist also in erster Linie eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit: Des Unternehmens und der Mitarbeiter, sowohl im Vergleich mit anderen Unternehmen, als auch deren Mitarbeitern. Und da kann ich nur sagen: Wenn die Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr gegeben ist, werden die Mitarbeiter abwandern und dann "Gute Nacht" Bank. Aber bei der Bafin gibt es ja vielleicht noch gute Jobs, nicht so gut bezahlt, aber sicher und risikolos.

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