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05.09.2012

11:21 Uhr

Commerzbank

Wir können auch Sparkasse!

VonTobias Döring

Martin Blessing umwirbt die privaten Kunden. Sein Institut liebe das Geschäft mit den Sparern, sagt der Commerzbank-Chef. Doch was bedeutet das für die neue Strategie im Privatkundengeschäft?

Wir können auch Sparkasse

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FrankfurtDie Commerzbank schmeißt sich an die Privatkunden ran. Der 50-Euro-Bonus für die Eröffnung eines kostenlosen Girokontos ist eine schon lange bekannte Werbeaktion. Nun versucht es Martin Blessing mit einer Liebeserklärung.

„Natürlich lieben wir das Geschäft mit Privatkunden und unseren Geschäftskunden, dem kleinen Mittelstand in Deutschland“, sagte der Commerzbank-Chef auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt. Und Blessing geht davon aus, dass diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht: „Viele Kunden lieben auch ihre Commerzbank.“

Der Vorstandvorsitzende von Deutschlands zweitgrößtem Institut wagt sogar einen Vergleich mit den Sparkassen. „50 Prozent dessen, was wir machen, ist das, was auch Sparkassen betreiben“, sagte Blessing. Commerzbank – wir können auch Sparkasse!

Doch ganz so eindeutig wird die neue Ausrichtung im Privatkundengeschäft dann wohl doch nicht sein, wenn Blessing und seine Vorstandskollegen am 8. November die neue Strategie der Commerzbank der Öffentlichkeit vorstellen. Denn das Investment-Banking, zu dem Blessing steht, gibt es schließlich auch noch. „Wir lieben auch unsere Investmentbanker, denn sie helfen unseren Kunden und zocken nicht im Kasino“, so Blessing. Und es drohen Sparmaßnahmen, die auch das dichte Filialnetz treffen könnten.

"Privatkunden sind die größte Herausforderung"

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Fakt ist: Das Privatkundengeschäft wirft für die Commerzbank bisher viel zu wenig Gewinne ab. Im zweiten Quartal waren es gar nur noch 14 Millionen Euro Überschuss, die das Institut im Geschäft mit Sparern erzielte. Eine Milliarde Euro wollte Blessing ursprünglich einmal aus dem dichten Filialnetz erlösen. Die Rechnung wird auf lange Jahre nicht aufgehen.

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Dennoch sind die Privatkunden der größte Hoffnungsbringer für das teilverstaatlichte Institut. Die Commerzbank hat aktuell elf Millionen Privatkunden in Deutschland – das ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. Und auch wenn das Sparprogramm im Privatkundengeschäft hart werden sollte - Blessing äußerte sich am Mittwoch nicht dazu - wird die Commerzbank alles tun, um ihre Privatkunden zu hegen und zu pflegen. Ganz nach der Fragestellung: Können wir auch Sparkasse?

Kommentare (18)

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KarlMay

05.09.2012, 11:50 Uhr

Ach, und weil man den Privatkunden so schätzt, hat man in Berlin die Öffnungszeiten der Filialen auf den Vormittag reduziert.

yoski

05.09.2012, 11:59 Uhr

Wer sein Geld solchen Leuten anvertraut verliert hoffentlich alles.

Privatkunde

05.09.2012, 12:00 Uhr

Ich gehe davon aus Herr May, dass die Kassenöffnungszeiten reduziert worden sind, jedoch nicht die Öffnungszeiten der Filiale. Somit ist eine Beratung der Privatkunden jederzeit wie gewohnt möglich.

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