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14.03.2012

19:17 Uhr

Computer

Superrechner soll Banken helfen

VonThomas Jahn , Alisha Ricard

Computer superschlau: Die neuen hochmodernen Maschinen dringen in die Domäne der Menschen ein. Als erste Bank kauft sich nun Citigroup diese Dienste.

Logo der Citigroup.

Logo der Citigroup.

New York, FrankfurtEine Frage zum Komponisten Franz Liszt, dann zu Dengue-Fieber, Albinismus und der Hansen-Krankheit, der korrekten Bezeichnung von Lepra - der Computer war einfach nicht zu schlagen. Vor gut einem Jahr besiegte der IBM-Supercomputer Watson die zwei weltweit besten Jeopardy-Spieler in der Quizshow. Das mag wenig verwundern, immer kann der Elektronikkasten alles schnell nachschlagen. Aber so einfach ist es nicht. Jeopardy ist ein Sprachspiel: Die Spieler müssen nicht nur viel wissen, sondern die Frage in ihre Syntax einordnen und Andeutungen oder Doppelbedeutungen entschlüsseln.

Das galt vor Watson als Domäne des Menschen. Wie soll eine Maschine die Feinheiten der Sprache entschlüsseln? Doch der Supercomputer, benannt nach IBM-Gründer Thomas Watson, ließ seinen Konkurrenten keine Chance. "Ich begrüße unsere neuen Herren, die Computer", sagte damals der verblüffte Mitspieler Ken Jennings, der in den USA die längste Siegesserie in Jeopardy aller Zeiten hinlegte. Die Wortgewalt von Watson überzeugt jetzt auch Citigroup. Die US-Bank heuert als erstes Geldinstitut der Welt den Computer an, der die ungeheuren Datenmengen der Kunden und Märkte nach Umsatzchancen und Risiken durchsuchen soll. "Watson kann Citigroup einen Vorteil verschaffen", sagte Stephen Baker, der ein Buch über den Computer schrieb, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Er kann durch Zeitungsartikel, Börsenaufsichtsdateien und andere Dokumente gehen, um der Bank neue Perspektiven zu Themen wie Risikokontrolle zu geben." Nicht alle sind so hingerissen. Die "Financial Times" macht sich darüber lustig, dass Watson auf einen Platz im Unternehmensjet bestehen würde und sich für sein New Yorker Büro einen antiken Perser als Wanddekor ausgebeten hätte.

Auch witzelt die Wirtschaftszeitung vor "unautorisierten Wertpapierhandel" von Watson, der seine Spuren mit Hilfe des Datenservers von der US-Notenbank verwischen könnte. "Die beiden kennen sich noch aus ihrer Jugendzeit als Intel-Chip", mokiert sich das Blatt. So lustig das sein mag, dahinter steckt eine ernsthaftes Thema. Wie sehr übernehmen Computer den Börsenhandel? Als Warnung kann einem der "Flash Crash" 2010 dienen.

Kommentare (1)

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pheno

15.03.2012, 12:47 Uhr

Sich dieser Technik zu entziehen wäre genauso falsch wie sie alleine "entscheiden" zu lassen. Die Analytik des Computers gepaart mit gesundem Menschenverstand, das wird letztendlich den Erfolg ausmachen.

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