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19.11.2015

14:34 Uhr

Credit Suisse

Aktionäre winken Kapitalerhöhung durch

Rund 95 Prozent der Credit-Suisse-Aktionäre haben für eine Kapitalerhöhung gestimmt – die Bank soll weiter wachsen. Es sieht so aus, als hätte der neue Konzernchef Tidjane Thiam den Vertrauenstest bestanden.

Der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, will nicht nur mehr Mittel und Wachstum, sondern hat auch ein milliardenschweres Sparprogramm anschieben. dpa

Credit Suisse

Der neue Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, will nicht nur mehr Mittel und Wachstum, sondern hat auch ein milliardenschweres Sparprogramm anschieben.

BernDie Credit Suisse -Aktionäre stellen sich hinter den neuen Konzernchef Tidjane Thiam und seine Pläne zur Stärkung der Bilanz. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung sprachen sich die Eigner am Donnerstag mit großer Mehrheit für eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund sechs Milliarden Franken aus. Rund 95 Prozent der Aktionäre stimmten für zwei Transaktionen, mit denen der ehemaligen Versicherungsmanager das nach der UBS zweitgrößte Schweizer Kreditinstitut wetterfester machen und den Umbau hin zu einem stärker auf die Vermögensverwaltung ausgerichteten Unternehmen finanzieren will.

„Unsere Kapitalausstattung hat uns immer wieder dabei eingeschränkt, profitable Wachstumschancen im Markt zu nutzen”, erklärte Thiam. „Seit meinem Amtsantritt musste ich von unseren Teams in Asien und auch in anderen Regionen mehr als einmal hören, dass unsere Kapitalausstattung uns daran gehindert hat, attraktive Geschäftsmöglichkeiten wahrzunehmen.” Wie bereits als Chef des britischen Versicherers Prudential setzt der Ivorer auf den Ausbau des Geschäft in Asien, wo immer mehr Unternehmer zu Millionären werden. Während Credit Suisse in Südostasien bereits über eine starke Position verfügt, will Thiam in den kommenden drei Jahren auch in China, Japan, Korea und Indien Plätze gutmachen. Ausbauen will er auch in Osteuropa, dem Nahen Osten, in Afrika und Brasilien. „Um in diesen Märkten Erfolg zu haben, muss unsere Bank die bevorzugte Bank für erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer der ersten Generation sein.”

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Credit Suisse steht mit ihrem Kapitalhunger nicht alleine da. Die britische Bank Standard Chartered will 5,1 Milliarden Dollar bei Anlegern einsammeln. Die Die Experten der Unternehmensberatung Zeb schätzen, dass große europäische Geldhäuser bis 2019 einen zusätzlichen Kapitalbedarf von insgesamt rund 230 Milliarden Euro haben. Die Deutsche Bank will eine bei den Aktionären unpopuläre Kapitalerhöhung dagegen auf jeden Fall vermeiden. Die größte Schweizer Bank UBS gehört bereits zu den weltweit bestkapitalisierten Instituten.

Mit der milliardenschweren Kapitalerhöhung bricht Thiam mit der Strategie seines Vorgängers Brady Dougan, der es immer vermeiden wollte, die Aktionäre anzuzapfen. Auch in symbolischen Fragen setzte sich Thiam von Dougan ab. Dem Amerikaner wurde von Schweizer Kleinaktionären immer wieder vorgehalten, dass er auch nach acht Jahren an der Spitze der Bank kaum Deutsch spreche. Auf der außerordentlichen Generalversammlung begrüßte Thiam die Aktionäre auf Deutsch und wechselte dann in seine Muttersprache Französisch. Beides sind Landessprachen in der Schweiz.

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Credit Suisse hat im dritten Quartal weniger verdient als erwartet. Auch deshalb macht der neue Chef Thiam jetzt ernst. Der Manager will eine Schweiz-Tocher gründen und plant eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.

Thiam will aber nicht nur mehr Mittel und Wachstum, sondern hat auch ein milliardenschweres Sparprogramm anschieben, das Tausende von Stellen kosten dürfte. Zudem will er das riskante Investmentbanking zurückfahren. „Die Umsetzung der im Oktober eingeleiteten Redimensionierung dürften wir Ende des laufenden Jahres abgeschlossen haben.”

Von

rtr

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