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21.10.2015

10:56 Uhr

Credit Suisse

Dagegen ist der Deutsche-Bank-Umbau milde

Credit Suisse hat im dritten Quartal weniger verdient als erwartet. Auch deshalb macht der neue Chef Thiam jetzt ernst. Der Manager will eine Schweiz-Tocher gründen und plant eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.

Der neue Chef der Credit Suisse lässt keinen Stein auf dem anderen. Reuters

Tidjane Thiam

Der neue Chef der Credit Suisse lässt keinen Stein auf dem anderen.

ZürichTidjane Thiam, der neue Chef der Credit Suisse, lässt bei der zweitgrößten Schweizer Großbank keinen Stein auf dem anderen: Parallel zur Veröffentlichung der Quartalszahlen kündigte Thiam konkrete Schritte zur geplanten Kapitalerhöhung, zum Sparplan und zum Vorstandsumbau an.

Die größte Überraschung ist indes, dass der Ivorer die noch zu gründende Schweiz-Tochter der Bank zum Teil verkaufen will – über einen Börsengang, der bis 2017 stattfinden soll. Die neue Aktie der CS Schweiz soll laut der Mitteilung auch als Akquisitionswährung dienen, um im Schweizer Heimatmarkt zuzukaufen.

Nicht nur die Deutsche Bank, auch die zweitgrößte Schweizer Bank ist angeschlagen: Angesichts eines schwachen Handelsgeschäfts hat sie im dritten Quartal 2015 deutlich weniger verdient. Der Gewinn sank auf 779 Millionen Franken von gut einer Milliarde im Vorjahreszeitraum. Damit schnitt die Credit Suisse schlechter ab als Analysten erwartet hatten. Die Aktien fielen an der Schweizer Börse um bis zu 5,2 Prozent. „Die Bank befindet sich in einer Abwärtsspirale. Denn wo soll das Geld noch verdient werden angesichts weiterer Stellenstreichungen und geschrumpftem Investmentbanking?“, sagte ein Händler.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Die Deutsche Bank hat bereits einen umfassenden Vorstandsumbau beschlossen (hier eine Analyse für Digitalpass-Kunden), am 29. Oktober wird die künftige Strategie vorgestellt. Doch eine Abspaltung des deutschen Kerngeschäfts steht wohl kaum auf der Agenda.

Im Investmentbanking stand bei der Credit Suisse im dritten Quartal ein Vorsteuerverlust von 125 Millionen Franken zu Buche. Schlechter schnitt das Institut insbesondere im wichtigen Anleihenhandel ab. Die Zurückhaltung der Anleger und die niedrigen Zinsen hatten zuvor bereits den Gewinn von US-Rivalen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan gedrückt.

Vor dem Hintergrund erscheint der geplante Umbau der Bank umso dringlicher: „Unsere Ergebnisse im dritten Quartal verstärken die Notwendigkeit einer Restrukturierung der Bank mit dem Ziel, die Volatilität unserer Erträge zu mildern und die Tätigkeit unseres Investment Banking besser auf die Bedürfnisse der Kunden unserer Division Private Banking und Wealth Management auszurichten“, so Thiam.

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