Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2014

16:43 Uhr

Credit Suisse

Ex-Banker vor Schuldbekenntnis in den USA

Gegen die Credit Suisse laufen in den USA strafrechtliche Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Amerikaner. An diesem Mittwoch will ein Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft seine Schuld bekennen.

Einem Untersuchungsausschuss des Senats zufolge hat die Credit Suisse 22.000 US-Bürgern dabei geholfen, bis zu zehn Milliarden Dollar vor der Steuerbehörde IRS zu verbergen. AFP

Einem Untersuchungsausschuss des Senats zufolge hat die Credit Suisse 22.000 US-Bürgern dabei geholfen, bis zu zehn Milliarden Dollar vor der Steuerbehörde IRS zu verbergen.

AlexandriaVor einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia will am heutigen Mittwoch ein ehemaliger Mitarbeiter einer Tochter der Credit Suisse Group AG ein Schuldbekenntnis ablegen, wie aus Gerichtsakten hervorgeht.

Gegen den Schweizer Andreas Bachmann wurde im Juli 2011 in Alexandria Anklage erhoben, weil er gemeinsam mit sechs anderen Beschäftigten der Credit Suisse US-Bürgern geholfen haben soll, vier Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro) am amerikanischen Finanzamt vorbeizuschleusen. Bachmann wurde verhaftet und gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Die Credit Suisse ist die größte der 14 Schweizer Banken, gegen die strafrechtliche Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung durch Amerikaner laufen. Einem Untersuchungsausschuss des Senats zufolge hat die Credit Suisse 22.000 US-Bürgern dabei geholfen, bis zu zehn Milliarden Dollar vor der Steuerbehörde IRS zu verbergen.

Credit-Suisse-Chef Brady Dougan entschuldigte sich am 26. Februar vor dem Ausschuss und erklärte, eine kleine Gruppe von Bankern in der Schweiz habe offenbar gegen amerikanisches Recht verstoßen und das Spitzenmanagement getäuscht. Dougan gab zu, dass Mitarbeiter gemeinsam mit externen Mittelsmännern amerikanischen Kunden geholfen hätten, Scheingesellschaften in Übersee zu gründen, wobei Geld bei der Credit Suisse im Namen dieser Gesellschaften und nicht im Namen der Kunden eingezahlt wurde. Dies sei ein ungeheuerliches Verhalten, so Dougan.

Bachmann war laut Anklageschrift „Privater Banker und Vermögensverwalter, der unerlaubte und nicht registrierte Bank- und Beratungsdiensleistungen anbot – für US-Kunden, die bei Banken in der Schweiz nicht-deklarierte Konten unterhielten”.

Steuerstreit mit den USA: Credit Suisse gibt Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu

Steuerstreit mit den USA

Credit Suisse gibt Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu

Die Credit Suisse räumt Verstöße gegen US-Steuergesetze ein: Das Top-Management habe davon nichts gewusst, erklärt der Bankchef vor einem US-Untersuchungsausschuss – übernehme aber die Verantwortung.

Bachmann arbeitete laut Anklage etwa seit den neunziger Jahren bis ungefähr 2007 bei einer Tochtergesellschaft der Credit Suisse, die der Bank zu 100 Prozent gehörte. Von 2007 bis 2009 war er demnach für einen Vermögensverwalter in Zürich tätig und gründete im Juli 2009 gemeinsam mit Partnern eine eigene Asset-Management-Firma in Zürich.

Bachmanns Anwältin Heather Martin wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Credit-Suisse-Sprecher Calvin Mitchell teilte per E-Mail mit, dass Bachmann bis 2006 Mitarbeiter von Credit Suisse Fides gewesen sei. Weitere Kommentare wollte er nicht abgeben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×