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06.06.2011

22:20 Uhr

Credit Suisse

Hilfe beim Verkauf von Lehman-Zertifikaten

Viele Credit-Suisse-Kunden sind auf ihren Lehman-Zertifikaten sitzen geblieben. Doch nun will ihnen die Bank beim Verkauf der Papiere helfen. Denn Investoren wittern ein letztes Geschäft mit den Pleite-Zertifikaten.

Die Credit Suisse rechnet die gegenwärtig erzielbaren Verkaufspreise für Lehman-Zertifikate zwischen 20 und 30 Prozent der Nennwerte. Quelle: dpa

Die Credit Suisse rechnet die gegenwärtig erzielbaren Verkaufspreise für Lehman-Zertifikate zwischen 20 und 30 Prozent der Nennwerte.

Zürich Besitzer momentan illiquider Zertifikate der US-Bank Lehman Brothers sollen diese Papiere mit Hilfe der Credit Suisse verkaufen können. Dieses Angebot gelte für Kunden der Schweizer Bank in Deutschland, der Schweiz sowie einigen anderen Ländern in Europa und Asien, sagte ein Sprecher der Schweizer Großbank am Montag.

Als die US-Bank Lehman Brothers im September 2008 insolvent wurde, verfielen zahlreiche Zertifikate dieser Emittentin wertlos. Die Credit Suisse hatte in großem Stil Lehman-Zertifikate vertrieben. Daher muss sie sich seit der Pleite der US-Bank immer wieder mit Klagen, Schadenersatzforderungen und Protesten verärgerter Anleger auseinandersetzen. 4000 Kunden entschädigte die Bank bisher mit rund 150 Millionen Franken (rund 123 Millionen Euro).

Während Lehman-Zertifikate für Kleinanleger momentan illiquide und dadurch praktisch wertlos sind, gibt es unter großen Investoren Abnehmer dafür. Diese spekulieren darauf, dass am Ende des vermutlich mehrjährigen Insolvenzverfahrens eine Konkursdividende auf Lehman-Zertifikate gezahlt wird. Kleinanleger haben zu diesem Markt keinen Zugang.

Daher bietet die Credit Suisse ihren Kunden an, Lehman-Zertifikate zu bündeln und an Hedgefonds oder spezialisierte Investmentbanken zu verkaufen. Die Bank bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung „Tages-Anzeiger“ (Samstagsausgabe). In den nächsten Tagen will das Institut alle betreffenden Kunden per Brief über die Verkaufsaktion informieren. Kunden hätten bis zum 10. August 2011 Zeit, Aufträge zu erteilen. Die Bank will auf dabei auf eine Provision verzichten.

Nach Einschätzung der Credit Suisse liegen die gegenwärtig erzielbaren Verkaufspreise für Lehman-Zertifikate zwischen 20 und 30 Prozent der Nennwerte. Wer die Papiere dafür nicht verkaufen will, muss warten, bis das Insolvenzverfahren gegen Lehman Brothers beendet ist.

Nach einer gegenwärtig laufenden Anhörung sollen sich die Gläubiger für einen Restrukturierungsplan entscheiden. Darin wird festgelegt, in welcher Rangfolge und zu welchen Anteilen die unterschiedlichen Gläubiger aus der Insolvenzmasse bedient werden. Mit der Auszahlung kann Lehman beginnen, sobald die Gesellschaft den Gläubigerschutz verlassen hat. Normalerweise können Unternehmen dies kurz nach der Billigung des Insolvenzplans tun.Der Insolvenzantrag der einst viertgrößten US-Investmentbank gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Es ist die bei weitem größte Firmenpleite in der US-Geschichte. Das Institut war sehr stark in Immobilien, Hypothekenpapieren und komplexen Kreditverbriefungen engagiert. Dramatische Wertverluste bei diesen Anlagen brachen Lehman das Genick.

 

Von

rtr

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