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13.09.2015

16:29 Uhr

Credit Suisse in den USA

Thiam will sich vom Private Banking trennen

Der neue Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam plant einen radikalen Konzernumbau: Einem Bericht zufolge will sich das Geldhaus von seinen Private-Banking-Aktivitäten in den USA trennen. In den Fokus rückt das Asien-Geschäft.

Im Eiltempo will Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam den Konzern umbauen. ap

Tidjane Thiam

Im Eiltempo will Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam den Konzern umbauen.

ZürichDer neue Chef der Credit Suisse verordnet einem Zeitungsbericht zufolge dem Geldhaus einen tiefgreifenden Umbau. Die Private-Banking-Aktivitäten in den USA sollten verkauft und das Investmentbanking massiv verkleinert werden, berichtete „Schweiz am Sonntag“ unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam hatte bei seinem Amtsantritt im Juli eine grundlegende Überprüfung der Strategie angekündigt. Dem Blatt zufolge sollen die Ergebnisse bereits Ende Oktober vorgelegt werden und damit früher als gedacht. So solle den Märkten Zeit gegeben werden, sich auf eine geplante Kapitalerhöhung einzustellen. Ein Credit-Suisse-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Zeitung zufolge will sich Credit Suisse von den Private-Banking-Aktivitäten in den USA trennen, da diese nicht recht vom Fleck kämen. Dort verwalte die Schweizer Bank rund 100 Milliarden Franken von vermögenden Kunden. Massiv verkleinert werden solle das sogenannte Prime-Brokerage-Geschäft. Dabei handelt es sich um kapitalintensive Dienstleistungen für Großanleger wie Hedgefonds, die von der Bank unter anderem Kredite erhalten, um im großen Stil riskante Wetten auf den Finanzmärkten einzugehen. Ebenfalls deutlich zurechtgestutzt werde das Geschäft mit festverzinslichen Finanzanlagen. Mit beiden Maßnahmen solle Kapital freigesetzt werden, um die Kapitaldecke zu stärken und in neue Geschäfte zu investieren.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Thiam ließ bereits im Juli durchblicken, dass er sich aus Bereichen zurückziehen könnte, die viel Kapital verschlingen und wenig abwerfen. Zudem will er die zweitgrößte Schweizer Bank stärker auf das lukrative Asien-Geschäft ausrichten. Wie er die im Branchenvergleich magere Kapitaldecke der Bank aufpäppeln will, ließ er offen.

Der Umbau der Bank betreffe auch das Management, hieß es in dem Pressebericht. Vertraute von Thiams Vorgänger Brady Dougan dürften aus der Geschäftsleitung ausscheiden. Auf der Streichliste stünden der Co-Chef der Private-Banking-Abteilung, Robert Shafir, sowie Finanzchef David Mathers. Letzterer solle durch Gael de Boissard ersetzt werden, der derzeit das Investmentbanking leitet.

Der Verwaltungsrat, der die Maßnahmen absegnen muss, könnte insbesondere bei der Neubesetzung der Managementposten Bedenken haben, berichtete die Zeitung. Das Kontrollgremium werde voraussichtlich am ersten Oktober-Wochenende die neue Strategie beschließen.

Von

rtr

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