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17.09.2015

11:51 Uhr

Credit Suisse

Neue Strategie kommt im Oktober

Credit Suisse will deutlich früher als geplant seine Pläne für eine Neuausrichtung präsentieren und sich offenbar aus wenig rentablen Bereichen zurückziehen. Auch bei der Deutschen Bank steht eine neue Strategie an.

Die neue Strategie von Credit Suisse wird bereits im Oktober präsentiert. Reuters

Umbau

Die neue Strategie von Credit Suisse wird bereits im Oktober präsentiert.

ZürichDer neue Chef von Credit Suisse drückt aufs Tempo: Schon am 21. Oktober will Tidjane Thiam seine mit Spannung erwartete Strategie für die Schweizer Großbank präsentieren. „Die Strategie-Kommunikation beinhaltet Ausführungen zu den Geschäftsplänen und der Organisation sowie zu den Ergebnissen des dritten Quartals 2015 der Credit Suisse“, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Thiam hatte bisher bis Ende des Jahres eine neue Strategie in Aussicht gestellt, die Quartalszahlen standen am 5. November auf dem Programm. Doch nun soll alles schneller gehen. Die Analysten von JP Morgan erklärten, die Mitteilung habe die Anleger daran erinnert, dass die Bank vor einer großen Restrukturierung stehe. An der Schweizer Börse legten die Credit-Suisse-Aktien knapp ein Prozent zu und ließen andere europäischen Banken hinter sich.

Thiam hat bislang erst grob angedeutet, wohin die Reise gehen könnte. Der frühere Versicherungsmanager will sich aus Bereichen zurückziehen, die viel Kapital verschlingen und wenig Ertrag abwerfen. Zudem will er die zweitgrößte Schweizer Bank stärker auf das Asien-Geschäft ausrichten.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Viele Anleger hoffen, dass die Credit Suisse ähnlich wie der Rivale UBS das risikoreichere Investmentbanking kräftig stutzt. Kürzlich hatte die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ unter Berufung auf Insider berichtet, dass das sogenannte Prime-Brokerage-Geschäft massiv verkleinert werden soll.

Dabei handelt es sich um Dienstleistungen für Großanleger wie Hedgefonds, die von der Bank unter anderem Kredite erhalten, um im großen Stil riskante Wetten auf den Finanzmärkten einzugehen. Ebenfalls zurückgefahren werden solle das Geschäft mit festverzinslichen Finanzanlagen. Zudem sollen die Private-Banking-Aktivitäten in den USA verkauft werden. Credit Suisse plane auch eine Kapitalerhöhung. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Sanierung der Deutschen Bank : Sparen für ein Ziel

Sanierung der Deutschen Bank

Premium Sparen für ein Ziel

In den wilden Jahren seit der Ära von Josef Ackermann hat das Finanzinstitut ein Stück Identität verloren. Mit der Strategie 2020 muss Co-Chef Cryan auch definieren, was die Deutsche Bank künftig sein will.

Auch die Deutsche Bank steht vor einer Weichenstellung. Der neue Vorstandschef John Cryan will bis Ende Oktober Details zur Strategie des größten deutschen Geldhauses bekannt geben. Investoren rechnen mit einer Entscheidung spätestens am 28. Oktober, wenn Cryan die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert.

Insidern zufolge sollen von den fast 100.000 Mitarbeitern der Deutschen Bank in den nächsten Jahren noch maximal 75.000 übrig bleiben. Das Institut wolle sich zudem aus mehreren Ländern zurückziehen und sich auf das Geschäft in Europa, den USA und Asien beschränken.

Von

rtr

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