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22.04.2016

15:28 Uhr

Credit Suisse

Schweizer Bank erwägt Auslagerung von Risiken

Die Credit Suisse will Risiken künftig auslagern. Statt Verluste selber zu schultern, sollen Risiken auf Anleger abgewälzt werden. Dafür soll es Anleihen mit einem Coupon von vier Prozent geben.

Die Bank könnte laut Insidern Anleihen im Volumen von 700 Millionen Franken an den Mann bringen. Reuters

Credit Suisse

Die Bank könnte laut Insidern Anleihen im Volumen von 700 Millionen Franken an den Mann bringen.

Zürich/London/MünchenCredit Suisse Group AG treibt einen Plan voran, einen Teil der potenziellen Verluste aus Risiken wie unerlaubten Handelsgeschäften oder Internetkriminalität auszulagern. Das erfuhr Bloomberg von Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Die Bank aus Zürich, die sich in einem umfangreichen und kostenintensiven Umbau befindet, wolle damit Kapital freisetzen, hieß es.

Statt mögliche Verluste selber zu schultern, sollen operationelle Risiken an Anleger ausgelagert werden, erklärte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag. Zu diesem Zweck könnte die Bank Anleihen im Volumen von 700 Millionen Franken mit einem Coupon von vier Prozent an den Mann bringen.

Es sei allerdings zu früh zu sagen, wie groß der Appetit der Anleger für solche Produkte sei. Credit Suisse arbeite mit dem Versicherer Zurich zusammen, der zehn Prozent der Anleihen auf den eigenen Büchern behalten würde. Ein Zurich-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

In den letzten Monaten habe Credit Suisse Bondinvestoren, Hedgefonds und Vermögensverwalter auf ihr Interesse an einem Papier angesprochen, das ähnlich wie eine Katastrophenanleihe ausgestaltet wäre und operative Verluste im Volumen von 3,5 Milliarden bis 4,2 Milliarden Franken abdecken würde, verlautete von vier informierten Personen.

Die Versicherungsbranche nutzt die so genannten Cat Bonds, um ihr Risiko bei starken Hurrikanen und Erdbeben zu begrenzen. Investoren erhalten überdurchschnittliche Renditen, haben aber auch das Risiko, ihr Geld zu verlieren.

Die Schweizer Bank „wäre meines Wissens die erste, die ein solches Instrument emittiert“, sagte Jean Medecin, Mitglied des Anlageausschusses beim Vermögensverwalter Carmignac in Paris. „Wenn Credit Suisse damit Erfolg hat, werden andere Banken nachfolgen.“

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