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28.07.2016

15:08 Uhr

Credit Suisse

Schweizer Bankhaus überrascht mit schwarzen Zahlen

Der Vorstandsvorsitzende der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Jetzt überrascht er Aktionäre und Analysten: Im zweiten Quartal schafft die Bank die Rückkehr in die Gewinnzone.

Das Handelsgeschäft lief im zweiten Quartal 2016 besser als erwartet. dpa

Gebäude der Credit Suisse in Bern

Das Handelsgeschäft lief im zweiten Quartal 2016 besser als erwartet.

ZürichCredit-Suisse -Konzernchef Tidjane Thiam hat sich mit einem überraschenden Quartalsgewinn etwas Luft verschafft. Der seit gut einem Jahr an der Spitze der zweitgrößten Schweizer Bank stehende Ivorer präsentierte für die Frühlingsmonate schwarze Zahlen. Damit überraschte er viele Analysten und nahm Kritikern an seinem Umbau den Wind aus den Segeln. Während die Sanierung bei der Deutschen Bank offenbar nicht richtig greift, sieht sich Thiam auf Kurs. Allerdings hat auch der ehemalige McKinsey-Berater noch einen weiten Weg vor sich. „Das ist nur der Anfang”, sagte Thiam. „Ich verkünde nie einen Sieg nach zwei Quartalen.”

Credit Suisse verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch auf 170 Millionen Franken nach gut einer Milliarde vor Jahresfrist. Doch Analysten hatten noch Schlimmeres erwartet und den dritten Quartalsverlust in Folge vorausgesagt. Dass es nicht soweit kam, verdankte die Bank unter anderem Kostensenkungen und der Auflösung von Kreditrückstellungen. „Die Kosten zu senken ist eine klare und absolute Priorität für uns, aber das machen wir nicht auf Kosten unserer Wachstumsambitionen in ausgewählten Märkten”, sagte Thiam. Die Bank sei auf gutem Weg, das für Ende 2016 angestrebte Sparziel zu erreichen oder zu übertreffen. Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte am Mittwoch gewarnt, dass der Konzern mit seinen Sparbemühungen noch nachlegen könnte.

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In der Vermögensverwaltung, die Thiam zum Kerngeschäft erklärt hat, hielt der Schwung des ersten Quartals bei der Credit Suisse an. Bei reichen Privatkunden und Profi-Anlegern sammelte das Institut im abgelaufenen Quartal insgesamt 11,3 Milliarden Franken ein. Die Analysten von Bernstein monierten allerdings, dass das Wachstum etwa in Asien teilweise mit einer Ausweitung der Kreditvergabe erkauft worden sei. Credit Suisse ist der weltweit viertgrößte Vermögensverwalter für reiche Privatkunden. Marktführer ist der Erzrivale UBS, der mit seinem Umbau einen mehrjährigen Vorsprung auf Credit Suisse hat und seinen Zwischenbericht am Freitag vorlegt.

Das Wachstum in der Vermögensverwaltung geht auf Kosten des Investmentbankings. Insbesondere von Teilen Anleihenhandels hat sich Thiam verabschiedet. Damit habe Credit Suisse die Risiken im Handelsgeschäft seit Jahresbeginn halbiert. In den Wirren des Brexit-Votums habe Credit Suisse damit einen größeren Verlust vermeiden können, sagte Thiam. Credit Suisse gelingt der Abbau offenbar, ohne zu viel Geschirr zu zerschlagen. Nach einem Einbruch im ersten Quartal erholten sich Erträge um ein Drittel. „Das sind gute Nachrichten, weil es zeigt, dass Credit Suisse in einem volatilen Umfeld Einnahmen erwirtschaften kann und der Risiko-Abbau-Plan das Geschäft nicht komplett zerstört hat”, erklärte Kepler-Cheuvreux-Analyst Peter Casanova. Trotzdem: US-Investmentbanken wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Citibank schnitten im Kapitalmarktgeschäft deutlich besser ab als Credit Suisse oder auch die zweite große europäische Investmentbank, die Deutschen Bank.

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