Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.12.2015

19:13 Uhr

Credit Suisse

US-Aufsicht knöpft sich Schweizer Großbank vor

VonHolger Alich, Frank Wiebe

Einem Medienbericht zufolge hat die Credit Suisse Ärger mit der Wertpapieraufsicht der USA. Es geht um Milliardenbeträge. Hat die Schweizer Bank im Jahr 2012 das Volumen in der Vermögensverwaltung aufgebläht?

Die US-Wertpapieraufsicht SEC untersucht Vorgänge im Private Banking der Credit Suisse. AFP

Ärger mit US-Behörde

Die US-Wertpapieraufsicht SEC untersucht Vorgänge im Private Banking der Credit Suisse.

Zürich/New YorkDie US-Wertpapieraufsicht (SEC) nimmt sich die Schweizer Bank Credit Suisse vor. Nach ihrem Vorwurf habe die Bank das Volumen ihrer Vermögensverwaltung unsauber bilanziert und damit Investoren getäuscht zu haben, schreibt die „Financial Times‧“ unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Dabei ist offenbar noch unklar, in welcher Höhe die Bank Bußgelder zu befürchten hat. Die Bank selbst verweist in dem Zusammenhang auf Anfrage nur auf ihren letzten Geschäftsbericht, in dem sie vor bestehenden Rechtsrisiken gewarnt hat.

Das Verfahren knüpft an frühere Erhebungen eines Untersuchungsausschusses des US-Senats aus dem Jahr 2014 an. Die Schweizer Bank hatte in der Vergangenheit vor allem wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung Ärger mit den amerikanischen Behörden. Im Frühjahr 2014 bekannte sich das Unternehmen deswegen sogar schuldig im strafrechtlichen Sinn und zahlte eine Strafe von 2,6 Milliarden Dollar.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Nun werfen die Behörden Credit Suisse vor, im Jahr 2012 Kundengelder nicht korrekt bilanziert zu haben. Die Milliarden eines einzelnen seien von „passiv aufbewahrt“ in „aktiv gemanagt“ umgebucht worden, um einen besseren Zustrom von Neugeldern ausweisen zu können. Aktiv gemanagtes Vermögen wirft in der Regel höhere Erträge für die Bank ab.

Credit Suisse hat allerdings die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, die Gelder seien korrekt verbucht worden. Das hatte der damalige Bank-Chef Brady Dougan auch vor dem Senatsausschuss bekräftigt. Dennoch hat die Bank externe Berater mit einer Untersuchung der internen Prozesse beauftragt.

Das Problem bei dem Streit zwischen Bank und Behörden: Es gibt offenbar keine glasklaren Bestimmungen für die Buchung neuer Kundengelder. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma merkt dazu in Rundschreiben aus dem Jahr 2008 nur an: „Jede Bank bestimmt, wie sie die Neugeld-Zuflüsse und -Abflüsse berechnet.“ Auch die US-Bilanzierungsregeln sind nicht sehr präzise. Der Senatsbericht listet aber bereits E-Mails von Bankmanagern auf, die darauf schließen lassen, dass Credit Suisse ihre Spielräume weidlich ausgenutzt hat. Und sie hatte offenbar Grund, den Zahlen nachzuhelfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×