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10.05.2013

17:05 Uhr

Cyber-Bankraub

Kreditkarten-Gangster in Deutschland gefasst

Cyber-Kriminalität in neuer Dimension: Ein Hackerring erbeutete über manipulierte Kreditkarten in kurzer Zeit 40 Millionen Dollar. Die Opfer kommen aus aller Welt – zwei Bandenmitglieder wurden in Düsseldorf geschnappt.

Cyber-Bankräuber haben weltweit mit gestohlenen Kreditkarteninformationen 45 Millionen Dollar gestohlen. ap

Cyber-Bankräuber haben weltweit mit gestohlenen Kreditkarteninformationen 45 Millionen Dollar gestohlen.

New YorkEs ist einer der größten Banküberfälle aller Zeiten - und wohl auch der geräuschloseste: Ein weltumspannender Hacker-Ring hat binnen Stunden 40 Millionen Dollar durch Computer-Manipulationen mit gefälschten Kreditkarten erbeutet. In Deutschland hoben Mitglieder der Bande dabei 1,8 Millionen Euro in einer Nacht im Februar von Geldautomaten in sieben Städten ab. In Düsseldorf wurde ein niederländisches Gangster-Pärchen auf frischer Tat ertappt, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitag bestätigte. Der 35-jährige Mann und die 56 Jahre alte Frau hätten 170.000 Euro und Kreditkarten-Duplikate bei sich gehabt, sagte ein Sprecher. Sie seien offenbar Teil der Bande und sitzen nun in Untersuchungshaft.

An dem weltweiten Raubzug dürften Hunderte Kriminelle beteiligt gewesen sein. Das US-Justizministerium hatte am Donnerstag in New York sieben Männer verhaften lassen, die den Kern der Organisation bildeten. Ein achter wurde angeblich Ende April in der Dominikanischen Republik in der Karibik getötet. Die Drahtzieher sitzen offenbar außerhalb der USA. Die Diebe seien mit "chirurgischer Präzision" vorgegangen, erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft. "Anstelle von Pistolen und Masken benutzte diese Cyber-Verbrecherbande Laptops und das Internet", sagte die zuständige Staatsanwältin Loretta Lynch.

Beweisfoto selbst geliefert: Zwei der New Yorker Verdächtigen. ap

Beweisfoto selbst geliefert: Zwei der New Yorker Verdächtigen.

Laut Anklageschrift brachen die Hacker in die Computer zweier Kreditkarten-Abwickler ein: Im Dezember 2012 in Indien, im Februar 2013 in den USA. Dort setzten sie die Limits von aufladbaren Kreditkarten der Bank Muscat aus dem Oman und der Rakbank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach oben. Anschließend fertigten sie Duplikate der Karten, die an zahlreiche Komplizen auf der ganzen Welt gingen. Die Cyber-Bankräuber zogen damit am 19. Februar los.

Mit Karten, die auf ein Konto der Bank of Muscat zugriffen, hoben sie der Anklage zufolge allein in New York binnen zehn Stunden an 2904 Geldautomaten 2,4 Millionen Dollar ab. Bei einem ähnlichen Coup waren im Dezember 2012 fünf Millionen Dollar von der Rakbank abgehoben worden. Weltweit kamen so mit 40.500 Zugriffen auf Geldautomaten 45 Millionen Dollar zusammen. Die Bank of Muscat hatte eingeräumt, dass sie mit zwölf vorbezahlten Karten um 39 Millionen Dollar gebracht worden sei - die Hälfte ihres Quartalsgewinns. Die Rakbank verlor nach eigenen Angaben 4,7 Millionen Dollar, Kunden seien nicht betroffen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

10.05.2013, 07:40 Uhr

Huiii. Mit den 45 Mio. Dollar gleich ganze zwei Rolex Uhren gekauft. Da war eie ganze Kohle fast schon wieder weg :)

Account gelöscht!

10.05.2013, 16:47 Uhr

Cybergeld wird mit Cybermitteln geklaut.Wieso sollte es anders sein.Und das war erst der Anfang.Wenn erst mal im großen Stil einfach virtuelles Geld gelöscht wird,wird es lustig.

Bankster

10.05.2013, 23:42 Uhr

Wenn die die Bankkonten nicht sicher machen können und die Leute im Glauben lassen auf ihr Bankkonto könnte nicht zugegriffen werden, dann frage ich mich ernsthaft, wer hier hinter Schloss und Riegel gehört.

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