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22.01.2015

13:32 Uhr

Dark Pools

US-Ermittler weiten Klage gegen Barclays aus

Der Streit zwischen den US-Ermittlern und Barclays wegen Geschäften in Dark Pools wird schärfer. Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman will seine Anklage gegen die Bank ausweiten, da diese Ermittlungen behindere.

Die US-Behörden ermittlen wegen geschäften auf anonymen Handelsplattformen gegen Barclays. Reuters

Die US-Behörden ermittlen wegen geschäften auf anonymen Handelsplattformen gegen Barclays.

New YorkDer Streit zwischen den US-Ermittlern und der britischen Bank Barclays wegen Geschäften auf anonymen Handelsplattformen wird schärfer. Eric Schneiderman, der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, kündigte an, seine Anklage gegen die Bank auszuweiten. Er wirft dem Geldhaus vor, die Ermittlungen wegen umstrittener Geschäfte in Barclays-Dark-Pools zu behindern.

Zwei führende Manager der Schattenhandel-Plattform hätten sich geweigert, seine Fragen zu beantworten, erklärte Schneiderman am Mittwochabend. Zudem habe das Geldhaus im Oktober vor Gericht falsche Angaben über seine Dark-Pool-Kunden gemacht. Barclays wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Schneidermans Argumentation weise fatale Mängel auf.

Dark Pools sind Handelsplattformen, auf denen Transparenz und Gebühren geringer sind als an regulierten Börsen. Genutzt werden sie vor allem von institutionellen Investoren, die große Aktienpakete unbemerkt kaufen oder verkaufen wollen. Die Aufsichtsbehörden nehmen das Treiben in den Dark Pools seit einiger Zeit verstärkt unter die Lupe. Von zahlreichen Großbanken haben sie Informationen zu ihren Handelsplattformen angefordert – unter anderem von Goldman Sachs, UBS und der Deutschen Bank.

Barclays haben die US-Ermittler bereits im Sommer 2014 verklagt. Sie werfen der Bank vor, Investoren mit dem Versprechen auf ihre Plattform gelockt zu haben, dort seien keine Hochfrequenzhändler aktiv. Tatsächlich habe es dort aber vor „räuberischen Händlern“ gewimmelt, die anderen Investoren mit superschnellen Computern Gewinne abzwackten.

Die zuständige Richterin Shirley Kornreich hat sich jedoch bereits kurz vor Weihnachten kritisch zur Anklage geäußert. Sie sei verwirrend und zusammengefügt, sagte Kornreich. Vor allen fehle es an Namen und Details von geschädigten Investoren. Schneiderman versuche nun, Mängel der ursprünglichen Anklage zu beheben, erklärte Barclays. Bisher hätten sich seine Vorwürfe nicht erhärtet. Die Bank behindere die Ermittlungen nicht und werde weiter versuchen, mit Schneiderman zu kooperieren. Die nächste Gerichtsanhörung in dem Fall ist für den 11. Februar angesetzt.

Von

rtr

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