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07.09.2015

17:14 Uhr

Daten der Bankenaufsicht

Mehr Millionäre bei deutschen Geldhäusern

VonKatharina Slodczyk

Europaweit sinkt die Zahl der Spitzenverdiener bei Banken – vor allem in Großbritannien gibt es immer weniger Einkommensmillionäre. Deutschland allerdings widersetzt sich dem Trend.

Im Film „Wolf of Wall Street“ spiel Leonardo DiCaprio einen mit Geld um sich werfenden Finanzmanager. In Deutschland steigt die Zahl der Einkommensmillionäre bei Banken. dpa - picture-alliance

Filmszene

Im Film „Wolf of Wall Street“ spiel Leonardo DiCaprio einen mit Geld um sich werfenden Finanzmanager. In Deutschland steigt die Zahl der Einkommensmillionäre bei Banken.

LondonDie neue Bescheidenheit, die viele Topmanager in der Bankenbranche seit der Finanzkrise so gerne beschwören, kennt etliche Varianten. Weihnachtsfeiern fallen nicht mehr so üppig aus wie früher, die Geldhäuser haben ihre Ambitionen teilweise deutlich zurückgefahren und eine ganze Reihe von Abteilungen geschrumpft. Geht es allerdings um die Vergütungspakete der Spitzenmanager, ist die neue Bescheidenheit nicht immer und nicht überall so klar und eindeutig zu erkennen. Das zeigen auch am Montag veröffentlichte Zahlen der Europäischen Bankenaufsicht Eba zur Entwicklung der Einkommensmillionäre in der Bankenbranche.

So ist die Zahl der Bankmanager mit einem siebenstelligen Gesamteinkommen europaweit zurückgegangen: auf 3.178 im Jahr 2013, berichtet die European Banking Authority (Eba)mit Sitz in London. Im Vorjahr kam die Eba noch auf 3.530. Die Experten erklären das mit Währungskurseffekten sowie der nachlassenden Profitabilität der Geldhäuser.

Gehaltsmillionäre bei deutschen Banken (nach Funktionen)

Quelle

Die European Banking Authority in London veröffentlicht jährlich eine Übersicht über Einkommensmillionäre bei europäischen Banken. Die Zahlen hier beziehen sich auf das Jahr 2013 und wurden im September 2015 von der Behörde veröffentlicht.

Management-Aufsicht

Zahl der Einkommensmillionäre:
1
Fix-Gehalt:
1,38 Millionen Euro

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Allgemeine Management-Funktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
111

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,83 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Investmentbanking

Zahl der Einkommensmillionäre:
196 (2012: 100)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,49 Millionen Euro (2012: 1,54 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent (2012: 325 Prozent)

Privatkundengeschäft

Zahl der Einkommensmillionäre:
11 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,36 Millionen Euro (2012: 1,17 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
177 Prozent (Vorjahr: 120 Prozent)

Vermögensverwaltung

Zahl der Einkommensmillionäre:
15 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,5 Millionen Euro (2012: 1,53 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
419 Prozent (Vorjahr: 169 Prozent)

Zentralfunktionen („Corporate functions“)

Zahl der Einkommensmillionäre:
27

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,59 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
303 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Unabhängige Kontrollfunktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
12

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,42 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
227 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Alle übrigen

Zahl der Einkommensmillionäre:
24

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,33 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
219 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Zu diesem Rückgang hat auch Großbritannien beigetragen. Die Zahl der Einkommensmillionäre auf der Insel ist von mehr als 2 700 auf 2 086 zurückgegangen. Allerdings ist ihre Vergütung im Jahresvergleich leicht gestiegen. Lag diese 2012 noch durchschnittlich bei 1,95 Millionen Euro, waren es 2013 mehr als zwei Millionen Euro.

Hinzu kommt: In Großbritannien ist der Anteil der Topverdiener unter den Gesamtbeschäftigten einer Bank im Vergleich zu anderen europäischen Ländern am höchsten – ebenso wie das Verhältnis zwischen Boni und Grundgehalt. Die Boni britischer Banker fielen 2013 mehr als vier Mal so hoch aus wie ihr Grundgehalt. 2012 war das Verhältnis noch etwas weniger drastisch.

In Deutschland sieht die Lage dagegen etwas anders aus. Da hat sich sowohl die Zahl der Topverdiener in der Bankbranche erhöht – als auch ihr Einkommen. Das Verhältnis zwischen Prämien und Grundgehalt ist ebenfalls leicht gestiegen. Allerdings spielt sich alles auf einem deutlich niedrigeren Niveau als auf der Insel ab. So hat die Zahl der Banker in Deutschland mit einem Millionengehalt von 212 auf 397 zugelegt. Ihre Durchschnittsvergütung lag 2013 bei 1,58 Millionen Euro – nach 1,56 Millionen Euro. Und die Prämien waren mehr als doppelt so hoch wie das Grundgehalt.

Kommentare (4)

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Herr Manfred Zimmer

07.09.2015, 17:45 Uhr

"Mehr Millionäre bei deutschen Geldhäusern"

Ein Millionär und ein Einkommensmillionär ist etwas anderes!

Auch wenn diese jährlich in gesamtes Gehalt wieder ausgeben würden, wären sie beim nächsten Mal wieder dabei.

Kurz:
Ein Einkommensmillionär ist etwas viel, viel größeres als der, der Jahre oder Jahrzehnte dafür ansparte.

Herr Wolfgang Salewski

07.09.2015, 18:04 Uhr

Ich wollte, ich wäre eine von beiden Varianten - welche ist egal.

Herr Johannes S.

07.09.2015, 18:26 Uhr

@Katharina Slodczyk:
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