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26.06.2015

15:09 Uhr

Daten der Zentralbank

Einlagen bei griechischen Banken fallen weiter

Die Abwanderung von Kapital ins Ausland und das Abheben von Bargeld im großen Stil macht griechischen Banken zu schaffen. Die neuesten Daten zeigen, dass es auch im Mai ein deutliches Minus gab.

Griechische Banken kämpfen weiter mit Mittelabflüssen. Reuters

Geldautomat

Griechische Banken kämpfen weiter mit Mittelabflüssen.

AthenDie Einlagen bei griechischen Banken sind im Mai auf ein Elf-Jahres-Tief gefallen. Die am Freitag von der griechischen Notenbank veröffentlichten Daten zeigen, dass die Kundengelder um 3,8 Milliaren Euro auf 129,9 Milliarden Euro gefallen sind. Das entspricht einem Minus von 21 Prozent seit November – kurz bevor der ehemalige Premierminister Antonis Samaras eine Abstimmung über einen neuen Präsidenten auf den Weg gebracht hatte, die zum Ende seiner Regierung führte.

Der Abfluss hat sich im Juni fortgesetzt, in der vergangene Woche hatten griechische Bankkunden mehrere Milliarden Euro in bar abgehoben oder ins Ausland transferiert – deutlich mehr als in durchschnittlichen Wochen. Sogar die Sorge um eine Bargeld-Knappheit hatte die Runde gemacht.

Griechenlands Bankenlandschaft

Die wichtigsten Banken

In Griechenland gibt es vier große Geldhäuser - die National Bank of Greece, die Piraeus Bank, die Eurobank und die Alpha Bank. Sie stehen für rund 95 Prozent des Marktes. Ihr Börsenwert liegt zusammengefasst bei 8,6 Milliarden Euro. Das entspricht 21 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung an der griechischen Börse. Bank-Aktien haben in Athen seit Jahresbeginn wegen des sich verschärfenden Schuldenstreits mit den internationalen Geldgebern rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Einlagen

Die Einlagen von privaten Haushalten und Unternehmen bei griechischen Banken betrugen Ende Februar 140,5 Milliarden Euro - 12,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Allein von Dezember bis Februar wurden Guthaben im Volumen von 25,4 Milliarden Euro abgezogen. Wegen der Abflüsse waren die Geldhäuser gezwungen, verstärkt Notfall-Hilfen (ELA) ihrer heimischen Notenbank und direkte Liquiditätsspritzen der EZB in Anspruch zu nehmen.

Finanzierung durch das Eurosystem

Die Finanzierung griechischer Banken durch die EZB, bei der Sicherheiten verlangt werden, hatte Ende März ein Volumen von 38,67 Milliarden Euro. Die ELA-Hilfen durch die Athener Notenbank summierten sich zudem auf 68,6 Milliarden Euro. Hellas-Banken nutzen diesen Weg verstärkt, seitdem die EZB sie ab Mitte Februar von der direkten Finanzierung ausgeschlossen hat. Die EZB hatte damals eine Sonderregel gekippt, die griechischen Banken bis dahin erlaubte, auch bonitätsschwache Staatsanleihen des Landes als Pfand für frisches Zentralbankgeld zu hinterlegen.

Die Versorgung über ELA-Hilfen der Athener Notenbank ist für Banken teurer als die direkte Finanzierung durch die EZB. Zuletzt hatte die EZB eine Aufstockung des ELA-Rahmens um 1,5 Milliarden auf 75,5 Milliarden Euro genehmigt.

Sicherheiten

Griechische Banken setzen bei der Liquiditätsversorgung als Sicherheiten unter anderem Staatsanleihen, kurzfristige Geldmarktpapiere (sogenannte T-Bills), von der Regierung garantierte Bank-Anleihen und Kredite ein. Die Banken besaßen im Februar solche Pfänder im Umfang von zusammen rund 50 Milliarden Euro. Inzwischen ist dieser Puffer auf rund 40 Milliarden Euro gesunken.

Griechische Staatsanleihen

Hellas-Banken haben rund fünf Milliarden Euro in griechische Staatsanleihen investiert. Das entspricht nur 1,4 Prozent ihrer Bilanzsumme. Darüber hinaus besitzen sie kurzfristige T-Bills im Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Aktuell wird für bonitätsschwache griechische Papiere, welche die Banken als Pfänder für ELA-Hilfen einsetzen, nach Angaben von Bankern und Analysten aus Sicherheitsgründen ein Wertabschlag (Haircut) von 32 bis 35 Prozent vorgenommen.

In dieser Woche hat die Europäische Zentralbank täglich darüber beraten, ob sie der griechischen Notenbank weiter gestatten soll Notkredite für die Geschäftsbanken des Landes zu genehmigen. Die Grenze für die ELA-Nothilfen liegt mittlerweile bei 89 Milliarden Euro, sagen mit den Vorgängen vertraute Personen. Seit Mittwoch wurde diese Grenze nicht angehoben.

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