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29.01.2007

16:02 Uhr

Defizitäre Direktbank

Citigroup kauft britische Online-Bank Egg

Der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup übernimmt die angeschlagene Direktbank-Tochter Egg des britischen Versicherers Prudential. Die ehemalige Mutter sitzt jedoch weiterhin im Boot.

HB LONDON. Der Kauf der Internet-Bank Egg kostet rund 873 Mill. Euro und bedeutet die Übernahme von mehr als drei Mill. Kunden, teilte die Citigroup am Montag mit. Die Transaktion werde sich bereits im ersten Jahr positiv auf die Geschäftszahlen auswirken und solle binnen maximal 90 Tagen abgeschlossen werden.

Prudential wird nach eigenen Angaben in den nächsten fünf Jahren im Rahmen einer Vertriebspartnerschaft weiter Lebensversicherungen und Altersvorsorgeprodukte den Egg-Kunden anbieten. Die Mittel aus dem Verkauf sollten zur Schuldentilgung eingesetzt werden. Zugleich werde sich die Transaktion positiv auf das Ergebnis je Aktie 2007 niederschlagen. Analysten begrüßten den Verkauf. „Es sieht so aus, als ob sie den doppelten Buchwert erhalten haben, was ein großartiger Preis ist“, sagte ING-Experte Kevin Ryan. Die Prudential-Aktien notierten am frühen Nachmittag ein Prozent im Plus.

Prudential hatte seit Sommer 2006 die Strategie für seine notleidenden Sparten in Großbritannien, darunter auch die defizitäre Direktbank, unter die Lupe genommen. Die schwierigen Bedingungen im britischen Geschäft mit Konsumentenkrediten hätten das Ergebnis in den vergangenen Monaten weiterhin belastet, teilte der zweitgrößte Versicherer des Landes mit. Egg dürfte daher im Gesamtjahr einen Verlust eingefahren haben. Das Versicherungsgeschäft des Konzerns legte dagegen kräftig zu. Das Neugeschäft kletterte dank guter Geschäfte in den USA und Asien um 16 Prozent auf umgerechnet 3,74 Mrd. Euro.

Bei der Strategieprüfung stand wohl nicht immer ein Verkauf der Direktbank an oberster Stelle: Noch im Dezember hatte sich Prudential gegen eine Trennung von Egg gestemmt. Damals hatte es bereits einen Bericht gegeben, wonach Citigroup für das Online-Institut bieten will.

Prudential hatte erst im Februar vergangenen Jahres die ausstehenden Anteile von Egg am Markt erworben. Vor sechs Jahren hatten die Briten einen Minderheitsanteil der Bank an die Börse gebracht. Der Plan, auch die übrigen Anteile zu verkaufen, scheiterte dann allerdings.

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