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30.03.2012

17:21 Uhr

Depfa Bank

Mysteriöses Kaufangebot für Tochter der Krisenbank HRE

Für die Tochter Depfa Bank der Hypo Real Estate (HRE), die mit ihren Liquiditätsnöten im Herbst 2008 die Krise des einstigen Dax-Konzerns auslöste, liegt eine Offerte von Investoren vor. Das Angebot gibt Rätsel auf.

Logo der Hypo Real Estate Holding AG und der pbb (Deutsche Pfandbriefbank): Für den Staatsfinanzierer gibt es Interessenten. dapd

Logo der Hypo Real Estate Holding AG und der pbb (Deutsche Pfandbriefbank): Für den Staatsfinanzierer gibt es Interessenten.

MünchenDer Staatsfinanzierer Depfa Bank muss auf EU-Geheiß hin bis Ende 2014 verkauft werden. Doch die in der Finanzkrise mit Hilfen in Höhe von rund 150 Milliarden Euro gestützte HRE und der Bund als Eigentümer gehen auf das Angebot, das sogar veröffentlicht wurde, bislang nicht ein. Die Interessen der Investoren seien unklar, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei auch nicht sicher, ob die Anleger den Deal überhaupt stemmen könnten. In Finanzkreisen wird nicht ausgeschlossen, dass nur der Kurs von Depfa-Wertpapieren in die Höhe getrieben werden soll.

Wer genau hinter dem Kaufangebot steht, ist öffentlich nicht bekannt. Aus einer Mitteilung der PR-Agentur, die das bietende Konsortium vertritt, geht nur hervor, dass die Investoren selbst Depfa-Wertpapiere besitzen. Sie hätten, so die Kommunikationsberater aus New York, der HRE am 10. Februar das Angebot unterbreitet, die Depfa Bank komplett zu übernehmen und dafür 20 bis 40 Prozent des Buchwertes zahlen zu wollen. Mitte März habe der Bund über die HRE aber ausrichten lassen, dass er Zeit brauche, um das Angebot gegen alle Alternativen abzuwägen und eine Prüfung der Bücher zunächst nicht stattfinden könne. Daraufhin wurde die Offerte wenige Tage später publik gemacht, was ungewöhnlich ist - womöglich um den Druck auf die HRE zu erhöhen.

Eine mit der Lage vertraute Person sagte, die Depfa sei derzeit eigentlich nicht zu verkaufen. Zum Beispiel müsste ihre IT auf eigene Beine gestellt werden. Hier gebe es noch Verflechtungen innerhalb der Gruppe und mit der Bad Bank der HRE, die die Altlasten des Konzerns abwickelt. Der Bund als Verkäufer müsse zudem sorgfältig prüfen, wie der beste Preis erzielt werden könne. Das brauche Zeit. Die andere Person sagte, hinter der Offerte stehe kein Investor mit strategischen Zielen, sondern Hedgefonds.

Wirtschaftlich geht es der Depfa mit Sitz in Irland wieder etwas besser. Sie verdiente vergangenes Jahr 124 Millionen Euro, nachdem 2010 noch ein Verlust von 680 Millionen zu Buche stand. Allerdings hat die Bank ihre schlimmsten Wertpapiere und Kredite in die Bad Bank FMS Wertmanagement auslagern können. Nun leidet die Abwicklungsanstalt unter den Engagements in den hoch verschuldeten Euro-Staaten.

Von

rtr

Kommentare (4)

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steinmurks

30.03.2012, 20:14 Uhr

wie hoch is denn der verlustvortag des unternehmens

Account gelöscht!

30.03.2012, 20:38 Uhr

Interessante Entwicklung, wer steckt dahinter? JC Flowers? gibt es einen Link zu der Offerte?

Mazi

01.04.2012, 11:07 Uhr

Herr Asmussen sollte Auskunft geben können. Er war doch seinerzeit an dem Murks beteiligt.

Heute macht er neuen Murks in der EZB.

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