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16.01.2004

07:16 Uhr

Der Abstand zu den US-Banken wächst

Europas Banken unter Fusionsdruck

VonC.Potthoff und F. Schönauer (Handelsblatt)

Der Zusammenschluss von JP Morgan Chase und Bank One erhöht den Druck auf europäische Banken merklich. Sie müssen aufpassen, im internationalen Vergleich nicht zu einer irrelevanten Größe zu schrumpfen. So kommt der neue Bankriese auf eine Marktkapitalisierung von knapp 130 Mrd. Euro.

Auch in Frankfurt könnte sich bald einiges ändern. Foto: dpa

Auch in Frankfurt könnte sich bald einiges ändern. Foto: dpa

FRANKFURT/LONDON. Sie liegt damit um mehr als 40 Prozent höher als etwa bei der Royal Bank of Scotland, der nach Börsenwert zweitgrößten europäischen Bank. „Der Druck zur inländischen Konsolidierung hat sich in Europa weiter erhöht“, sagt Alaistar Macintosh von der Schweizer Investmentbank CSFB.

An der Börse jedenfalls bescherten die Spekulationen um ein Überschwappen der Fusionswelle gestern den Bankaktien in ganz Europa Kursgewinne. An der Spitze standen die deutschen Großbanken, die zeitweilig um mehr als drei Prozent zulegten.

Nach Auffassung von Analysten sollten die europäischen Banken die Konsolidierung schnell vorantreiben, weil sie sonst schnell zu Getriebenen werden: Die Mega-Deals in den USA bedeuteten auch, dass sich der Blick der dortigen Kreditinstitute bald aus Mangel an Alternativen stärker nach Europa richten wird. Zwar dürften Bank of America und JP Morgan Chase in den nächsten Monaten zunächst einmal damit beschäftigt sein, ihre Übernahmen zu verdauen. Aber in ein oder zwei Jahren werden die US-Banken viel stärker nach Europa drängen, glaubt Metehan Sen, Analyst bei Sal. Oppenheim: „Entweder schließen sich Banken in Europa zusammen, oder die US-Banken schnappen sich die europäischen Banken mit niedrigem Börsenwert.“

Unter Fusionsdruck geraten jetzt vor allem die deutschen Großbanken. Schließlich ist der deutsche Markt neben Italien in Europa am meisten zersplittert. Doch während hier zu Lande noch Spielraum für eine nationale Fusionswelle besteht, stoßen die Großbanken in anderen Ländern in ihren Heimatmärkten an ihre Grenzen. In Großbritannien, Spanien, Frankreich oder dem Benelux-Raum ist die Konzentration der Branche schon derart weit fortgeschritten, dass nationale Großfusionen an kartellrechtlichen Hürden scheitern könnten.

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