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16.02.2004

09:56 Uhr

Der Chef der UBS über Parmalat, den Mannesmann-Prozess und die Mitverantwortung der Banken

„Größe ist nicht alles“

VonOliver Stock , Das Gespräch führten Thomas Knipp, Christian Potthoff, Handelsblatt

Der Chef der UBS über Parmalat, den Mannesmann-Prozess und die Mitverantwortung der Banken.

Peter Wuffli Foto: dpa

Peter Wuffli Foto: dpa

Frage: In Düsseldorf läuft gerade ein Prozess. Da wird unter anderen Ihrem Landsmann und Kollegen Josef Ackermann vorgeworfen, tatenlos zugesehen zu haben, wie sich andere bereichern. Wäre so ein Prozess auch in der Schweiz denkbar?

Wuffli Das kann ich mir schwer vorstellen. Wir führen hier in der Schweiz einen anderen Dialog über internationale Marktgepflogenheiten.

Belastet so ein Prozess Deutschland als Standort?

Ich kann den Prozess zu wenig beurteilen. Er gibt jedem Banker sicher zu denken.

Angesichts von Skandalen wie Parmalat und anderen muss aber doch Banken und Unternehmen genauer auf die Finger geguckt werden, oder?

Es gibt schon jetzt kaum eine Branche, die so strengen Regeln unterworfen ist wie die Finanzbranche allgemein und die Banken im Besonderen. Darüber hinaus zeigt jeder dieser Fälle, wie rasch und brutal der Markt reagiert. Der Markt ist sehr viel konsequenter in der Bestrafung, als es Gerichte jemals sein können. Von daher sind Parmalat und Co. sicher Vorfälle, die all denen den ethischen Kompass wieder richten können, denen er abhanden gekommen ist. Werte wie Offenheit und Ehrlichkeit werden wieder thematisiert. Aber der Markt diszipliniert besser als jeder Richter. Im Moment sind wir in einer Phase, wo die Tendenz besteht, zu viel regulieren zu wollen.

Banken werden immer mehr in die Mithaftung genommen, auch wenn sie kriminelle Machenschaften in Unternehmen nicht verhindern können. Wie können sie sich diesem Trend entziehen?

Das ist nichts Neues. Jeder Boom hat Auswüchse und Missbräuche zur Folge gehabt. Und nichts anderes erleben wir jetzt. An der Verantwortung der Bank für die konkrete Ausführung ihrer Geschäfte hat sich nichts geändert. Zugenommen hat aber – insbesondere in den USA – die Bereitschaft, rechtlich gegen Marktteilnehmer vorzugehen.

Der italienische Staatsanwalt prüft, ob Parmalat mit Unterstützung von Banken wie UBS falsche Informationen verbreitet hat, um den Aktienkurs zu stützen. Haben Sie Verständnis, wenn jetzt der italienische Staatsanwalt wegen Parmalat bei UBS anklopft?

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