Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.10.2012

16:27 Uhr

Derivate an Stiftung verkauft

JP Morgan muss 18 Millionen an Öl-Erbin zahlen

Für JP Morgan kommt es derzeit knüppeldick. Nicht nur die US-Regierung will die Großbank zur Verantwortung ziehen. Jetzt muss JP Morgan eine Millionen-Strafe zahlen, weil sie einer Stiftung Investmentprodukte verkaufte.

JP Morgan muss eine Millionen-Strafe an die Stiftung einer Öl-Erbin zahlen. Reuters

JP Morgan muss eine Millionen-Strafe an die Stiftung einer Öl-Erbin zahlen.

OklahomaJP Morgan muss an den Stiftungsfonds einer 75-jährigen Öl-Erbin 18,1 Millionen Dollar zahlen. Das hat ein Gericht in Oklahoma entschieden. Die Banker der US-Großbank hatten Ann Fletcher Derivate verkauft, die sie nach eigenen Angaben nicht verstand.

Sie hielt die Banker für ihre Freunde, erklärte Fletchers Anwältin Erin Donovan. Die Beweise hätten „überwältigend gezeigt“, dass die Bank grob fahrlässig und leichtsinnig mit dem Vertrauen umgegangen sei, das die Stiftung in sie gesetzt habe.

Gehälter wie vor der Krise: Banker an der Wall Street verdienen immer mehr

Gehälter wie vor der Krise

Wall-Street-Banker verdienen mehr

Der Jahresverdienst ist trotz sinkender Boni im vergangenen Jahr angestiegen.

Der Fall geht bis ins Jahr 2000 zurück, als Banker von Bank One Trust Fletcher Derivate verkauften. Nachdem Bank One im Jahr 2004 von JP Morgan übernommen wurde, verwaltete die Bank die Stiftung für zwei weitere Jahre. „Die Bank entwickelte eine Strategie, nach der sie die Mittel der Stiftung nutzen konnten, um Investmentprodukte der eigenen Aktienabteilung zu kaufen”, erklärte Erin Donovan im Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Und sie dachte, sie seien ihre Freunde.“

Die Bank hat ihre treuhänderischen Pflichten verletzt, als sie Fletcher die Produkte verkaufte, entschied nun das Gericht. Die Banker hätten dabei Gebühren von bis zu zwei Millionen Dollar eingenommen.

Fletcher, deren Ehemann 1997 gestorben war, war zu dem Zeitpunkt, als die Bank ihr den Kauf empfahl, geistig beeinträchtigt, heißt es in der Urteilsbegründung. Sie habe 1999 an die Bank geschrieben, dass sie „Angst vor Puts und Calls“ (Optionen) habe. Als sie sich ein Jahr später zum Kauf entschloss, habe sie sich auf den Rat der Banker verlassen, erklärte das Gericht in seiner Begründung.

„Sie dachte, dass sie wunderbare Menschen sind, die nur ihre besten Interessen im Sinn haben”, sagte Anwältin Donovan. „Sie lud sie zu Partys zu sich nach Hause ein.“

Führende Banken: Gebühren Investment-Banking

Platz 1

Bei den Gebühren fürs Investment-Banking liegt die Deutsche Bank mit einem Volumen von 100,6 Millionen Dollar weiterhin vorne.

Platz 2

JP Morgan macht einen kleinen Satz vom dritten auf den zweiten Platz. Das Volumen: 68,9 Millionen Dollar.

Platz 3

HSBC belegt mit einem Volumen von 48,5 Millionen Euro den dritten Platz.

Platz 4

Die Commerzbank verbessert sich leicht von Rang sechs auf vier mit einem Volumen von 45,2 Millionen Dollar.

Platz 5

Unicredit landet mit 42,8 Millionen Dollar auf dem fünften Platz (zuvor Platz 9).

Platz 6

Morgan Stanley klettert von elf auf sechs mit einem Volumen von 41,3 Millionen Dollar.

Platz 7

Die Royal Bank of Scotland belegt den siebten Platz. Das Volumen betrug 36,5 Millionen Dollar.

Platz 8

Barclays konnte sich mit einem Volumen von 31,8 Millionen Dollar nicht auf dem siebten Platz halten.

Platz 9

30,5 Millionen Dollar waren es bei der LBBW, das reicht für einen Sprung in die Top Ten (vorher Platz 18).

Platz 10

Goldman Sachs rutscht mit 29,9 Millionen Euro vom zweiten auf den zehnten Platz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×