Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.03.2006

08:35 Uhr

Deutlicher Gewinn

Dekabank erholt sich

VonPeter Köhler

Nach dem finanziellen Kraftakt für die Sanierung ihres offenen Deutschland-Immobilienfonds im vergangenen Jahr hat die Deka-Bank wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der seit 1. Januar amtierende Vorstandsvorsitzende Franz Waas hat dem gesamten Konzern eine Fitnesskur verordnet, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und Marktanteile zurückzugewinnen.

HB FRANKFURT. Die Dekabank hat nach dem finanziellen Kraftakt für die Sanierung ihres offenen Deutschland-Immobilienfonds im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der zentrale Fondsdienstleister der Sparkassen bilanzierte 2005 erstmals nach dem internationalen Standard IFRS und weist ein Ergebnis nach Steuern von 340 Mill. Euro aus, nach einem Verlust von sieben Mill. Euro im Jahr 2004. Der seit 1. Januar amtierende Vorstandsvorsitzende Franz Waas hat dem gesamten Konzern eine Fitnesskur verordnet, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und Marktanteile zurückzugewinnen. „Wir greifen wieder an“, sagte Waas, der aber für 2006 nur ein „leichtes Ergebnisplus“ in Aussicht stellte.

Wegen der IFRS-Bilanzierung legte die Dekabank erstmals ihre stillen Reserven offen, die insgesamt gut 1,1 Mrd. Euro ausmachen. Rund 600 Mill. Euro wurden zur Eigenkapitalaufstockung auf 2,4 Mrd. Euro herangezogen, die restlichen 565 Mill. Euro wurden für den Umbau der Immobilienfonds zurückgestellt. Die Dekabank hatte wegen der hohen Leerstände bei gewerblichen Immobilien und der Verwicklung eines Ex-Geschäftsführers in den Frankfurter Immobilienskandal Abflüsse in Milliardenhöhe hinnehmen müssen. Nach einem schlechten Krisenmanagement und Performance-Problemen bei großen Aktienfonds hatte der frühere Vorstandsvorsitzende Axel Weber seinen Chefsessel geräumt. Trotz zahlreicher vertrauensbildender Maßnahmen fließen aber auch jetzt noch aus allen Immobilienfonds des Deka-Konzerns börsentäglich rund 18 Mill. Euro ab, berichtete Finanzvorstand Fritz Oelrich. Im Gegensatz zur Deutschen Bank hat die Dekabank ihre Immobilienfonds niemals geschlossen und den Kunden eine Rücknahme garantiert.

Selbstkritisch bezeichnete Waas die Ausschöpfung des Absatzpotenzials über die Sparkassen als „unterdurchschnittlich.“ Durch eine Stärkung des Vertriebs und neue Produkte – etwa einen Zertifikatefonds für Privatanleger und einen Garantie-Geldmarktfonds für institutionelle Anleger – soll die Deka-Absatzquote von derzeit 75 Prozent bei den Sparkassen erhöht werden. Nur 14 Prozent der Sparkassenkunden kauften Investmentfonds, bei den Großbanken seien es doppelt so viele. Wenn alle steuerlichen Fragen geklärt seien, wolle die Dekabank auch mit Immobilienaktien (Reits) starten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×