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29.04.2011

07:17 Uhr

Deutsche Bank

Ackermann braucht endlich einen Nachfolger

VonRobert Landgraf

Die Zahlen der Deutschen Bank sprechen für sich. Konzernchef Josef Ackermann hat ganze Arbeit geleistet. Umso drängender wird es, das Nachfolgeproblem zügig zu lösen.

Auch die Börse kann sich irren. Geht es nach der Marktkapitalisierung - knapp 41 Milliarden Euro -, sitzt die Deutsche Bank nur in der zweiten Reihe. Der Börsenwert von JP Morgan etwa ist mehr als viermal so hoch, obwohl der US-Konkurrent kaum mehr verdient als der deutsche Marktführer.

Die Quartalszahlen der Deutschen Bank aber sind erstklassig - sogar besser als erwartet. Das gilt auch für den Ruf des Finanzkonzerns. Mit seiner weltweiten Vernetzung und den ausgezeichneten Kontakten in die Politik und die Unternehmen zählt er zu den internationalen Topinstituten. Daran gibt es nichts zu deuteln.

Zuzutrauen war das der Bank nicht ohne weiteres. Offenbar hat sich Josef Ackermanns Sturheit gelohnt, an der Strategie festzuhalten, das Privatkundengeschäft auszubauen. Lange sah es danach aus, als ob der Schweizer Chef des Bankenriesen trotz aller Bemühungen, aller Zukäufe, allen Umbaus seinem Institut eher Ballast aufgeladen als für Erleichterung gesorgt hätte.

So war der Kauf der Postbank umstritten. Gerade in Zeiten der Finanzkrise band sich das Institut hier trotz einer milliardenschweren Kapitalerhöhung einen Klotz ans Bein, der behinderte und nicht half. Dass die Deutsche Bank mit der Übernahme die Zahl der Privatkunden fast auf 28,8 Millionen verdoppelte, kann das nicht wettmachen. Dass sie eine Menge braver, langweiliger Sparer mit der Postbank in den Konzern integrierte, war nebensächlich. Die verschärften Bedingungen für die Refinanzierung von Banken durch neue Eigenkapitalregeln waren ja noch so weit weg.

Wie sollte eine Bank wie die Deutsche Erfolg haben und die Bonner Postler auf Vordermann bringen? Sie hatte nur Erfahrung mit gut betuchten Privatkunden, die ganz anders ticken als die Klientel der Postbank. Gewiss, für eine abschließende Bewertung mag es noch zu früh sein. Doch bislang läuft der Umbau weitaus besser, als zu erwarten war. Der Gewinn von 221 Millionen Euro, den die Postbank der neuen Mutter Deutsche Bank für die Monate Januar bis März überwiesen hat, ist ein beredter Zeuge dafür. Auch der Ausflug in die Ferne, in Form eines Kaufs von Anteilen der chinesischen Privatkundenbank Hua Xia hat sich gelohnt. Die Aktionäre wollen gerne mehr davon sehen.

Dabei darf das Sorgenkind Vermögensverwaltung nicht vergessen werden, das auf Vordermann gebracht wird. Es sieht so aus, als ob dies gelänge. Das bringt noch mehr Stabilität in die Bank. Gerade die Integration der vor einem Jahr gekauften, angeschlagenen Kölner Privatbank Sal. Oppenheim kommt nach Anlaufschwierigkeiten gut voran. Ein Wermutstropfen ist hingegen der gestoppte Verkauf der BHF-Bank, die die Deutsche Bank mit der Akquisition von Sal. Oppenheim geerbt hat.

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