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13.07.2011

03:22 Uhr

Deutsche Bank

Ackermann soll gegen Börsig kandidieren

Bisher hatte Vorstandschef Ackermann es immer abgelehnt, in den Aufsichtsrat zu wechseln. Doch nachdem Ex-Bundesbankchef Axel Weber nicht mehr zur Verfügung steht, scheint nichts mehr ausgeschlossen.

Die Köpfe des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank AG, Ackermann (r.) und des Aufsichtsratsvorsitzenden Börsig Quelle: dapd

Die Köpfe des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank AG, Ackermann (r.) und des Aufsichtsratsvorsitzenden Börsig

FrankfurtEinen Wechsel des spätestens zur Hauptversammlung 2013 als Vorstandschef ausscheidenden Josef Ackermann in den Aufsichtsrat würde sie begrüßen, sagte das Deutsche-Bank-Aufsichtsratsmitglied Marlehn Thieme. „Ich habe Herrn Dr. Ackermann gebeten - im Auftrag vieler leitender Angestellter der Bank - sich zu gegebener Zeit in den Aufsichtsrat wählen zu lassen, damit seine Kompetenz und diese Vernetzung für unser Haus erhalten bleibt.“ Der Konzernlenker habe sich dazu ihr gegenüber „nicht definitiv ablehnend geäußert“.

Sollte Ackermann tatsächlich in das Kontrollgremium wechseln - ein Schritt, den der Schweizer wiederholt ausgeschlossen hatte - wäre er nach Thiemes Dafürhalten auch der geeignete Kandidat für die Führung des Aufsichtsrates: „Zu gegebener Zeit natürlich auch das. Das ist aber zunächst nicht meine Aufgabe, das ist Anteilseignersache. Aber ich würde dem Aufsichtsrat empfehlen, dass wir das der Hauptversammlung entsprechend vorschlagen.“

In der Vergangenheit hatte Ackermann einen Wechsel in den Aufsichtsrat zwar stets öffentlich ausgeschlossen. Doch bereits am vergangenen Donnerstag, als bekannt wurde, dass Axel Weber nicht mehr für den Vorstandsvorsitz zur Verfügung steht, hatte bei ihm ein Umdenken eingesetzt. Enge Vertraute von Ackermann berichteten gegenüber dem Handelsblatt, der jetzige Vorstandschef sei bereit, sich in die Pflicht nehmen zu lassen, um für den Aufsichtsratsvorsitz zu kandidieren. Das war eine gezielte Kampfansage an Clemens Börsig, der nach Ansicht vieler Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder der Größe seiner Aufgabe nicht gewachsen sei.

Das Rennen um die Nachfolge des Deutsche-Bank-Chefs ist nach Worten Thiemes noch offen. „Solange wir keinen Vorschlag kennen, solange ist nichts entschieden“, sagte sie. Sie gehe davon aus, dass das Thema bei der nächsten regulären Sitzung des Kontrollgremiums am 26. Juli besprochen werde. „Ob dann schon eine Entscheidung fällt, kann ich im Moment nicht abschätzen“, betonte Thieme, die sich als erstes Aufsichtsratsmitglied offiziell zu der aktuellen Debatte äußerte. „Wir haben keinen Druck.“ Der Vertrag Ackermanns laufe noch bis zur Hauptversammlung 2013.

Kommentare (3)

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C.Rath

12.07.2011, 22:00 Uhr

Lächerlich diese Altersdiskussion, mit 63 ist man fit.

Dr.Cromme

12.07.2011, 22:42 Uhr

Klarer Verstoß gegen die Empfehlung des Deutschen Corporate Governance-Kodex.

Rheinschwimmer

12.07.2011, 22:45 Uhr

Hermann Josef Abs war bis 1976 (Jahrgang 1901) bei der Deutschen Bank aktiv. Mehr ist wohl nicht zu sagen.

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