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21.11.2011

20:48 Uhr

Deutsche Bank

Ackermann warnt vor Grabenkämpfen

In der Diskussion um seine Nachfolge hat der Chef der Deutschen Bank die Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen verteidigt. Josef Ackermann findet allerdings auch warnende Worte.

Erst Ende Mai ist Schluss: „Es bleibt dabei, absolut“, so Ackermann. dpa

Erst Ende Mai ist Schluss: „Es bleibt dabei, absolut“, so Ackermann.

Passau/Zürich/FrankfurtEine Doppelspitze sei nötig geworden, da kein Kandidat alle benötigten Kriterien aufgewiesen habe. „Natürlich war das kein reibungsloser Übergang“, sagte Josef Ackermann am Montag in Passau. Wichtig sei eine klare Aufgabenteilung. Die Deutsche Bank dürfe nicht zurückfallen in die Grabenkämpfe der verschiedenen Geschäftsfelder. Investment-Banking sei nach wie vor sehr wichtig, befinde sich aber in einer schwierigen Phase. Er setze weiterhin auf den Erfolg der integrierten Universalbank, sagte Ackermann. „Es waren nicht die Universalbanken, die in große Schwierigkeiten kamen.“

Zum Verzicht auf die Kandidatur zum Aufsichtsratsvorsitzenden sagte Ackermann, er sei schon seit Jahren skeptisch, ob es gut sei, vom Unternehmensführer zum Kontrolleur zu werden. Er hätte weltweit mit sehr vielen Investoren sprechen müssen. „Im Moment ist so viel los auf der Welt, dass ich schlecht beraten gewesen wäre, wenn ich tagelang auf Reisen gewesen wäre.“

Ackermann betonte aber auch, er werde auf jeden Fall bis 31. Mai Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank bleiben. „Es bleibt dabei, absolut“, sagte Ackermann und wies damit Spekulationen zurück, er könnte seinen beiden designierten Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen schon früher Platz machen. Der Aufsichtsrat der Bank habe ihn eigens gebeten, „heute ganz klar zu sagen, dass ich bleibe bis 31. Mai“ sagte Ackermann.

Für einen Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrates hätte er unzählige Gespräche mit Investoren aus der ganzen Welt führen müssen, sagte Ackermann am Montagabend auf einer Veranstaltung in Passau. Das sei mitten in der Schuldenkrise der Euro-Zone zeitlich nicht zu stemmen gewesen. Es habe Investoren für und gegen ihn gegeben. Manche Unterstützer wollten sich aber nicht offen zu erkennen geben. „Es war so ein bisschen eine offene Situation.“ Statt Ackermann soll nun der Allianz -Kapitalmarktvorstand Paul Achleitner nächstes Jahr Aufsichtsratschef bei der Deutschen Bank werden.

Zwischen seiner Entscheidung, den Posten nicht zu übernehmen und den Durchsuchungen von Büroräumen durch die Staatsanwaltschaft gebe es zwar keinen direkten Zusammenhang, wohl aber einen indirekten. „Anschließend hätte ich es überhaupt nicht mehr gemacht.“ Ackermann kritisierte den Umgang der Staatsanwaltschaft mit seinen Mitarbeitern. Er hätte sich eine andere Tonalität und ein bisschen mehr Gefühl gewünscht.

Zu den Durchsuchungen war es gekommen, weil ihm die Staatsanwaltschaft Falschaussagen in dem seit Jahren schwelenden Rechtsstreit der Bank mit dem inzwischen gestorbenen Medienunternehmer Leo Kirch vorwirft. Das raube ihm aber nicht den Schlaf, sagte der Banker. „Wir sind da sehr zuversichtlich, dass wir alle das gesagt haben, was der Wahrheit entspricht.“ Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow sprach mit Ackermann in den Räumen der Verlagsgruppe Passau („Passauer Neue Presse“). Die Diskussion war Teil der Reihe „Menschen in Europa“, in der namhafte Persönlichkeiten zu Wort kommen.

Kommentare (9)

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Captain_Hook

21.11.2011, 22:36 Uhr

Eigentlich hat es immer geheißen, dass der Kapitän das sinkende Schiff als letzter verlasse. Oder heißt das, dass der Acki gar nicht Captain war? - Haben also doch immer andere das Sagen gehabt. Wusst' ich doch!

Account gelöscht!

21.11.2011, 22:59 Uhr

verlassen Sie sich darauf - ER verlässt das sinkende Schiff.
Wir dürfen es nur noch nicht sehen...

Account gelöscht!

22.11.2011, 07:32 Uhr

Ich verstehe gar nicht, warum die Ackermann's dieser Welt noch nach ihrer Meinung gefragt werden. Der Typ Mensch, den Ackermann verkörpert, hat der Welt doch diesen bedrohlichen Zustand gebracht. Deshalb, gebt diesen geldgeilen Raffsäcken kein Forum um ihre dummen Kommentare loszuwerden.

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