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26.01.2017

21:45 Uhr

Deutsche-Bank-Aktie

Frankfurter Achterbahn

VonMichael Maisch

Noch im vergangenen Herbst machten sich Investoren ernsthafte Sorgen um die Deutsche Bank. Jetzt hat sich der Aktienkurs in nur vier Monaten verdoppelt. Was hat sich seitdem für Deutschlands größtes Geldhaus geändert?

Der Deutsche-Bank-Chef dürfte sich über die Kursentwicklung der vergangenen Wochen freuen. dpa

John Cryan

Der Deutsche-Bank-Chef dürfte sich über die Kursentwicklung der vergangenen Wochen freuen.

FrankfurtZum Glück scheinen sich die Fähigkeiten von Jeff Gundlach als Wahrsager in engen Grenzen zu halten. Im vergangenen Juli prophezeite der prominente US-Investor eine veritable Panik, sollte der Kurs der Deutschen Bank unter die wichtige Marke von zehn Euro fallen. Ende September war es dann soweit, nach einer rasanten Talfahrt sackte die Aktie des größten heimischen Geldhauses auf ein Rekordtief von 9,90 Euro.

Und die Panik? Von der ist inzwischen nicht mehr viel zu spüren. Nach den US-Wahlen setzte die Deutsche Bank zu einer rasanten Erholung an und am Donnerstag notierte die Aktie wieder bei 19,97 Euro.

Ganz falsch lag Gundlach dennoch nicht. Denn in jenen Septembertagen 2016 stand es tatsächlich nicht gut um die Bank. Als durchsickerte, dass das US-Justizministerium die Vergleichsverhandlungen über faule Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise mit einer Strafforderung von 14 Milliarden Dollar eröffnet hatte, waren viele Anleger tatsächlich nicht weit von einer Panik entfernt. Sie fürchteten, dass die US-Buße die Bank mit ihrer relativ dünnen Kapitaldecke überfordern könnte. Kunden zogen Milliarden ab, und kurzfristig machten sogar Gerüchte über eine Staatsrettung die Runde.

Was hat sich seit dem heißen Herbst 2016 geändert? Nur wenig und doch wichtiges. Noch immer ringen Vorstandschef John Cryan und seine Kollegen um eine tragfähige Strategie, noch immer ist unklar, ob das Geldhaus seine Aktionäre nicht noch einmal um frische Milliarden bitten muss, um die Kapitaldecke zu stärken, und noch immer sagen die Analysten für das Jahr 2016 einen Verlust von rund 900 Millionen Euro voraus.

Aber, und es handelt sich dabei um ein sehr großes aber, die Bank hat mittlerweile den Hypotheken-Vergleich mit der US-Justiz für „nur“ 7,2 Milliarden Dollar aus der Welt geschafft, von denen zudem lediglich 3,1 Milliarden sofort als Strafe fällig werden. Der Rest ist für Erleichterungen für Kunden reserviert, und diese Last kann nicht nur über mehrere Jahre gestreckt werden, sie wird wohl auch nicht so stark wie ausgewiesen auf die Bilanz durchschlagen. Wer die US-Hausbesitzer geschickt entlastet, zahlt weniger als die ausgewiesene Strafsumme. Bei Goldman Sachs soll es in einem ähnlichen Fall etwa nur ein Fünftel des Strafbetrags gewesen sein.

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