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18.05.2015

15:21 Uhr

Deutsche Bank

Aktionären der Deutschen Bank geht die Geduld aus

Auch in diesem Jahr dürfte sie wieder zur Generalabrechnung werden: die Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag. Immer mehr Aktionäre lassen vorab durchblicken, den Vorstand das Vertrauen zu verweigern.

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Jürgen Fitschen im Portrait: Vom Bauernsohn zum Deutsche-Bank-Chef

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DüsseldorfUngemütliche Hauptversammlungen ist die Deutsche Bank gewöhnt. Fast jedes Jahr nutzen die Aktionäre das Treffen für eine Generalabrechnung mit Deutschlands größtem Geldhaus, das in zahlreiche Skandale verstrickt ist und die Eigner immer wieder um frisches Geld anpumpt, aber beim Wunsch nach höheren Dividenden auf bessere Zeiten vertröstet.

Am Donnerstag könnte es in der Frankfurter Festhalle besonders turbulent werden: Mehrere Großinvestoren kündigen hinter vorgehaltener Hand an, dem Vorstand die Gefolgschaft zu verweigern und gegen dessen Entlastung zu stimmen. Das wäre ein Aufstand gegen die Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die vor drei Jahren mit großen Versprechungen angetreten sind - aber bislang nur einen Bruchteil davon geliefert haben.

Vor allem die Ende April präsentierte neue „Strategie 2020“ enttäuschte viele Aktionäre. „Man dreht es sich immer, wie man es gerade braucht“, kritisiert einer der 20 größten Anteilseigner die Kommunikationspolitik der Bank. So habe die Führungsspitze jahrelang von einer erfolgreichen Integration der Postbank gesprochen.

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Nun werde plötzlich genau umgekehrt argumentiert, um den geplanten Verkauf der Bonner Tochter zu begründen. Das sei nicht überzeugend. Da hilft es auch nichts, dass Jain die neue Strategie in den vergangenen Wochen persönlich bei den einflussreichen Fondsgesellschaften vorstellte und Aufsichtsratschef Paul Achleitner noch einmal zum Telefon griff, um Bedenken zu zerstreuen.

Von einem der Top-10-Eigner heißt es, man traue der Deutschen Bank schlicht nicht zu, die abermals versprochenen Kostensenkungen zu liefern. Dafür sei die bisherige Bilanz zu enttäuschend. Eine Alternative zu den beiden Vorstandschefs sei allerdings auch nicht in Sicht. Ein Top-30-Aktionär kritisiert, die Deutsche Bank habe die strengere Regulierung viel zu lange unterschätzt und heruntergespielt. „Das hat der Glaubwürdigkeit des Managements nicht geholfen.“

Ihrem Ärger Luft machten unlängst auch die mächtigen US-Aktionärsberater von ISS. Sie empfahlen offen die Nichtentlastung des Vorstands, weil dieser den milliardenschweren Vergleich im Zinsskandal mit den angelsächsischen Behörden unnötig teuer gemacht habe. Die Behörden hatten der Bank mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung der Zinstricksereien vorgeworfen.

ISS sieht auch das Gerichtsverfahren gegen Fitschen wegen mutmaßlichen Prozessbetrugs in der Kirch-Saga als Belastung. Am Mittag startete der dritte Verhandlungstag. Bis dato haben sich Ex-Chef Josef Ackermann und amtierender Co-Chef Jürgen Fitschen geäußert: Er habe stets nach bestem Wissen und Gewissen ausgesagt und keine Aussagen abgesprochen, so Ackermann. Er habe in Zusammenhang mit dem Kirch-Verfahren zu keinem Zeitpunkt gelogen oder betrogen, so Fitschen. Die Empfehlung von der Vereinigung Institutional Shareholder Services (ISS) ist zwar nicht bindend, aber vor allem US-Fonds folgen ihr häufig.

Kommentare (1)

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18.05.2015, 16:26 Uhr

ich sag ja: die kochen auch nur alle mit Wasser....nur die Bezahlung erfolgt in Gold. Aber das ist eben der Obolus für die Unterschrift in der Steuererklärung....also rein theoretisc;.die Fehler zahlen ja immer andere ... z.B. diese lästigen Aktionäre.

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